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Nase vorn bei der Gründungsförderung

Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart

Bei einer Hochschule der Medien denkt man zunächst an Journalisten, Filmemacher und Designer. Tatsächlich aber bietet die Stuttgarter Hochschule der Medien auch zahlreiche IT-Studiengänge wie Medien- oder Wirtschaftsinformatik an. Und obwohl die HdM mit etwa 4.500 Studierenden eher zu den kleinen Playern gehört, ist es dem HdM Startup Center gelungen, sich über die baden-württembergischen Landesgrenzen hinaus einen Namen zu machen.

Inspiriert die Atmosphäre an der Hochschule dazu, neue Geschäftsideen zu entwickeln? Ist das Klima an der Hochschule förderlich für Unternehmertum und werden Studierende dazu ermutigt, unternehmerisch tätig zu werden? Allein diese beiden Fragen haben über 450 Studierende der HdM mit „Ja“ beantwortet. Damit bescheinigt die Universität St. Gallen in ihrer internationalen GUESSS-Umfrage der Stuttgarter Hochschule der Medien ein hervorragendes unternehmerisches Klima. In der Umfrage, an der im Jahr 2016 weltweit 122.509 Studierende aus 50 Ländern teilgenommen haben, belegt sie unter den 39 deutschen Hochschulen den ersten Platz.  

Dabei ist es gar nicht so lange, dass sich die HdM eher als Hochschule für die Medienindustrie gesehen hat, meint Magdalena Weinle vom Generator, dem HdM Startup Center. "Aber in der Zwischenzeit ist in der Medienlandschaft ja so einiges passiert: Zuerst kam das Internet, dann der ganze Social-Media-Bereich und damit einher ging das große Zeitungssterben. Insofern war uns klar, dass es für unsere Absolventen neue Karrierewege fernab von Druckereien, Redaktionen und Verlagen geben muss." Dazu gehörte mehr noch als bisher, eine Karriere als Unternehmerin oder Unternehmer einzuschlagen. Im Jahr 2010 wurde daher das Startup Center auf dem Campus installiert. Und nicht nur das: Im selben Jahr wurde das Thema "Gründung" auch im Leitbild der Hochschule verankert und die Gründungslehre im Curriculum integriert. Die HdM war damit Vorreiter beim Thema Entrepreneurship Education in Baden-Württemberg.

"Traumpaar: Medien und Selbständigkeit"

Heute, wo das Thema "Start-up" in aller Munde ist, hat sich ohnehin herumgesprochen, dass wer "irgendwas mit Medien" macht, nach der Ausbildung als Freiberufler oder gewerblicher Unternehmer unterwegs ist. Kein Wunder, dass knapp ein Fünftel der Studierenden bereits neben ihrem Studium selbständig seien, so Magdalena Weinle: „Aus diesem Grund ist unser Portfolio an Gründungsunterstützung auch sehr breit angelegt. Zu uns kommen zum Beispiel Studierende, die erste Erfahrungen als Freelancer sammeln möchten und wissen wollen, wie das mit den Steuern funktioniert, wie eine Rechnung korrekt aussieht und welche Rechtsform in Frage kommt. Dann haben wir natürlich auch Gründungsinteressierte mit technologieorientierten Geschäftsideen: von Apps über Games bis hin zu Softwareanwendungen für den B2B-Bereich. Für die kommt dann häufig EXIST-Gründerstipendium in Frage."

Ausbildung - Beratung - Förderung

Auf diesen drei Säulen stehen die Gründungsaktivitäten an der HdM. Dabei stechen die folgenden Veranstaltungen aus dem vielfältigen Angebot hervor:

Ideenworkshop "IDEA"

Studierende, die noch auf der Suche nach einer guten Geschäftsidee sind, besuchen den Ideenworkshop „IDEA“. In Teamarbeit lernen die Teilnehmer, Geschäftsideen zu entwickeln und anschließend zu präsentieren.

Sandbox

Ab 2017 wird die HdM ein Unterstützungs- und Qualifizierungsangebot unter dem Namen „Sandbox" installieren, das sich explizit an die Kreativwirtschaft richtet. Nach einem Auswahlverfahren, bei dem die Bewerber u.a. die Skalierbarkeit ihres Geschäftsmodells deutlich machen müssen, erhalten bis zu sechs Teams Zugang zu einer Art Mini Accelerator. „Das Angebot fängt insbesondere auch die Gründer auf, deren Innovationstiefe zum Beispiel für EXIST nicht ausreicht, deren Idee aber trotzdem erfolgversprechend ist", so Magdalena Weinle. Für die Dauer von drei Monaten wird ihnen u.a. ein Mentor zur Seite gestellt, der sie mit Rat und Tat betreut. Ziel ist es, dass die Gründerinnen und Gründer innerhalb der drei Monate die notwendige Marktreife für ihr Produkt erlangen und ein Netzwerk aufbauen, so dass der Markteintritt zeitnah erfolgen kann. Das Projekt wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg – Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge (ifex) gefördert.

CERlecon

Ein ähnliches Projekt wie die geplante „Sandbox" führt die Stuttgarter Hochschule bereits auf internationaler Ebene durch: Ceriecon ist ein Interreg-Projekt, das die HdM gemeinsam mit europäischen Partnern aus Mitteleuropa durchführt. Worum es dabei geht, weiß Magdalena Weinle: „CERIecon steht für Central Europe Regional Innovation Ecosystems Network. Im Rahmen des Projekts entwickelt das Konsortium ein Programm, um Start-ups in den CERIecon-Regionen Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Tschechien und der Slowakei möglichst optimale Rahmenbedingungen zu bieten. Im Mittelpunkt steht die Stärkung und Verbesserung von Entrepreneurshipkenntnissen und -fähigkeiten bei Gründerinnen und Gründern.

Das im Rahmen des Projektes entwickelte Qualifizierungsprogramm wird zunächst an drei Kohorten zu je zehn Start-ups in Baden-Württemberg getestet und von Kohorte zu Kohorte optimiert.

Ideenwettbewerb "Entrepreneurial Brains Made on Campus (EBMC)"

Der europaweite Ideenwettbewerb wurde von der HdM vor zwei Jahren initiiert. Projektpartner sind die baden-württembergische Wirtschaftsinitiative bwcon GmbH und die Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart. Dabei entwickeln die Studierenden an acht europäischen Hochschulen in Großbritannien, Ungarn, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Deutschland Geschäftsideen im Rahmen von Design Thinking Workshops. In der dritten Wettbewerbsphase treffen sich die besten Teams in Stuttgart und erhalten dort ein individuelles Coaching.

Nicht zuletzt unterstützt die Hochschule der Medien (HdM) nicht nur gründungsinteressierte Studierende und Absolventen: Spinnovation ist ein neues Projekt, das mit Landesmitteln gefördert wird. Aufgabe der HdM ist es dabei, den Hochschulen Reutlingen und Aalen beim Aufbau der Gründerlehre zur Seite zu stehen.