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Pionier in Sachen innovative Gründungen

Technische Universität Dresden

Was das Thema „Gründungskultur an Hochschulen“ betrifft, hat die Technische Universität Dresden zweifellos Pionierarbeit geleistet. Bereits im Jahr 1998 gehörten die Dresdener mit dem Projekt dresden|exists zu den fünf Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs „EXIST – Existenzgründungen aus Hochschulen“ -  damals noch unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

TU Dresden Gebäude Institut für Bauingenieurwesen (Beyer-Bau) an der TU Dresden
© TUD/Lothar Sprenger

Kurz darauf hat dresden|exists seine Türen auch für Studierende, Absolventen und Wissenschaftler der Hochschule für Technik und Wirtschaft geöffnet. Seit 2007 können darüber hinaus Institutsmitarbeiter der vier großen Forschungsorganisationen Helmholtz, Max Planck, Fraunhofer und Leibniz ihre Forschungsergebnisse mit Unterstützung von dresden|exists und EXIST in die Praxis überführen und sich neue berufliche Perspektiven erschließen.

dresden|exists: Synonym für innovative Gründungen in der Region Dresden

dresden|exists hat sich damit nicht nur als Anlaufstelle für wissens- und forschungsbasierten Gründungsinteressierten in der Region etabliert. Es hat sich auch zu einer Marke entwickelt, die in der akademischen Entrepreneurshipszene einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Von daher hat sich die Mühe gelohnt, freut sich Dr. Frank Pankotsch. Er ist seit 2009 Geschäftsführer von dresden|exists: „In den ersten Jahren mussten wir viel Zeit investieren mussten, um dresden|exists und überhaupt das Thema Existenzgründung bekannt zu machen. Das hat sich inzwischen vollkommen geändert. Heute haben wir jede Menge Partner, die als Multiplikatoren Gründungsinteressierte auf uns aufmerksam machen. Dazu gehören zum Beispiel die Technologietransfer-Offices, die Career-Services und natürlich die vielen Lehrstühlen, deren Mitarbeiter inzwischen selbst Erfahrungen mit Ausgründungsvorhaben gesammelt haben. Deren Mund-Propaganda trägt größtenteils dazu bei, dass bei Studierenden und Wissenschaftlern das Interesse an Unternehmensgründungen geweckt wird und sie den Weg zu uns finden.“

Eine wichtige Rolle spielen mittlerweile auch die vielen Alumni, die heute erfolgreiche Unternehmer sind und in ihren Anfängen von dresden|exists betreut wurden. Die haben vor fünf, sechs oder mehr Jahren ihre Unternehmen  gegründet und sind mittlerweile recht erfolgreich. Von daher sind das natürlich auch genau die Beispiele, die wir brauchen, um innerhalb der Hochschule für das Thema zu werben. Und wir zeigen damit auch gegenüber Investoren, Umsetzungspartnern und politischen Entscheidern wie erfolgreich dresden|exists ist.“

20 Unternehmensgründungen pro Jahr

Jährlich begleiten die Gründungsberaterinnen und -berater von dresden|exists allein an der TU Dresden zwischen 50 und 70 Gründungsideen, von denen etwa 20 tatsächlich auch zu einer Unternehmensgründung führen. Das Ergebnis: Allein in den ersten 15 Jahren dresden|exists sind mehr als 250 Unternehmen entstanden, die heute für über 1.400 Arbeitsplätze in der Region und für Umsätze von ca. 60 Millionen  Euro pro Jahr stehen.

Bemerkenswert ist auch, dass trotz bundesweit sinkender Gründungszahlen, die Dresdener über die letzten Jahre hinweg weitgehend stabile Zahlen verzeichnen. Allerdings habe sich die Zusammensetzung der Gründer verändert, stellt Dr. Frank Pankotsch fest: „Was wir in letzter Zeit weitaus weniger sehen sind Gründungen von Absolventen, die in der Vergangenheit eher Schwierigkeiten hatten, einen Job in Unternehmen zu bekommen. Eine Zunahme haben wir dagegen bei innovativen und forschungsbasierten Teams, die tatsächlich mit größeren Forschungsvorhaben verbunden sind. Dazu gehören insbesondere Softwareentwicklungen aus allen Fachbereichen, also neben der Informatik auch der Biologie, Elektrotechnik oder Verkehrswirtschaft. Darüber hinaus haben Gründungsvorhaben aus dem Life-Science-Bereich deutlich zugenommen. Das hängt ganz klar mit dem Standort hier zusammen. Die Biotechnologie wurde in Sachsen in den letzten Jahren stark gefördert.“

Hinzu kommen aber auch weiche Standortfaktoren, die das Elbflorenz zu einem attraktiven Wohn- und Lebensumfeld machen. Dr. Frank Pankotsch: „Viele Absolventen und Wissenschaftler möchten hier in Dresden oder in der Region bleiben, weil sie das kulturelle Angebot, die familienfreundliche Infrastruktur und die einmalige Landschaft sehr schätzen. Ein eigenes Unternehmen bietet da eine gute Möglichkeit, dieses Ziel zu realisieren und sich auf Dauer hier niederzulassen.“

TU-Dresden-Hoersaal Gründerfoyer 2017 mit André Schwämmlein, Gründer von Flixbus
© dresden-exists/Robert Gebler

Steter Tropfen ….

Über mangelnde Nachfrage kann sich das Team von dresden|exists also nicht beschweren. Dass der Gründerservice dann letztlich auch so gut bei den Ratsuchenden ankommt, führt Dr. Frank Pankotsch darauf zurück, „dass wir das Thema ‚Gründung‘ langfristig angelegt haben. Gerade im forschungsbasierten Bereich braucht der Gedanke, ein Unternehmen zu gründen, Zeit um zu reifen. Vom ersten Beratungsgespräch bis zur tatsächlichen Gründung können durchaus drei bis fünf Jahre vergehen. Dennoch können die Gründer sicher sein, dass wir sie begleiten - auch wenn der Weg lang ist.“ Und damit dresden|exists nicht an Fahrt verliert, sorgen das Land Sachsen und der Europäische Sozialfonds im Rahmen ihrer Innovationsförderung für den notwendigen Rückenwind.                             

Rückenwind erhält dresden|exists auch durch die geballte Kompetenz aller wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort: Neben der TU Dresden und der HTW Dresden sind auch die Institute der Leibniz- und der Helmholtz-Gemeinschaft als feste Kooperationspartner mit dabei. Bewährt hat sich diese enge Kooperation nicht zuletzt bei der Zusammensetzung und Betreuung der Gründungsteams. Je nach Bedarf können geeignete Teampartner sowie Mentoren aus den verschiedenen Einrichtungen akquiriert werden. Darüber hinaus dokumentiert der gemeinsame Auftritt auch nach außen, dass der Gründergeist in der Dresdener Wissenschaftsgemeinde seinen festen Platz hat.

Regionales Event: Gründerfoyer

Apropos Außenwirkung: Ein Highlight ist in dem Zusammenhang das Gründerfoyer. Mit etwa 500 Besuchern ist es inzwischen die größte gründungsbezogene Veranstaltung in der Region Dresden. Hier geben erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Deutschland im Foyer des Hörsaalzentrums der TU Dresden einen meist sehr persönlichen Einblick in ihre Gründungsgeschichte. Dazu gehörten bislang so illustre Persönlichkeiten wie der SAP-Gründer Hasso Plattner, Gabriele Fischer, die Gründerin des Wirtschaftsmagazins brand eins oder zuletzt Flixbus-Mitgründer André Schwämmlein. Das Gründerfoyer bietet außerdem angehenden Gründerteams an, sich mit einem Stand und einem Pitch vorzustellen. Für Gespräche stehen darüber hinaus Partner aus den Bereichen Finanzierung, Beratung, Technologietransfer zur Verfügung. Die Veranstaltung zieht inzwischen nicht mehr nur Insider an, so Dr. Frank Pankotsch: „Das Gründerfoyer hat sich über die Region hinaus zu einem richtigen Event entwickelt. Jeder, der an spannenden Geschichten aus der Wirtschaft, an tollen Ideen und einem unterhaltsamen Abend interessiert ist, kommt hierher. Als wir 1998 damit anfingen, hätten wir nicht gedacht, dass die Veranstaltung auf Dauer so erfolgreich werden würde.“ Das gilt auch für die vielen anderen Angebote, die im Laufe der Jahre für Gründerinnen, Gründer und solche, die es werden wollen, entstanden sind. Darüber hinaus tüfteln die Dresdener Gründungsakteure aber auch immer wieder an neuen Ideen. So wurde vor zwei Jahren ein spezielles Beratungsangebot für softwarebasierte Gründungsvorhaben auf die Beine gestellt. Das zweistufige Inkubations-Programm DeltaHochDrei unterstützt Studierende und Mitarbeiter der Dresdner Wissenschaftseinrichtungen nicht nur bei der Entwicklung des Geschäftsmodells, sondern auch bei der Realisierung des Softwareprodukts. Finanziert wird DeltaHochDrei aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und der TU Dresden 

Zukünftige Herausforderungen

Die größte Herausforderung für dresden|exists wird auch in Zukunft sein, immer am Puls des Start-up-Geschehens zu bleiben. Darüber hinaus geht es aber auch darum, das Informations- und Beratungsangebot langfristig zu sichern. „Mit Finanzierungen, die kürzer als die typischen Beratungszeiträume bei unseren Hightech-Teams sind,  haben wir noch kein ideales Umfeld, unseren Service zuverlässig anzubieten und den Weggang erfahrener Mitarbeiter zu verhindern“, sagt Dr. Frank Pankotsch und ergänzt: „Die Wissenschaftseinrichtungen leisten hier bereits einen erheblichen, gerade auch finanziellen Beitrag. Ganz ohne nennenswerte Unterstützung von Bund und Land wird es jedoch auf Dauer nicht gehen. Unsere Ergebnisse belegen aber eindrucksvoll, dass sich der Einsatz von Steuergeldern hier für alle wirklich auszahlt.“

Stand: August 2017

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