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Eng vernetzt mit Unternehmen in der Region

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Seit ihrer Auszeichnung als EXIST-Gründerhochschule im Jahr 2011 hat sich an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg einiges getan: Ins Leben gerufen wurden, zusätzlich zur bereits bestehenden Professur für Entrepreneurship, das Gründungs- und Innovationszentrum sowie die Juniorprofessur Female Entrepreneurship. Das Ergebnis: Die Zahl der Ausgründungen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Hörsaal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Hörsaal der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
© Universität Oldenburg

Dass das Thema ökologische Nachhaltigkeit an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg besonders großgeschrieben wird, ist auch für die Mitarbeiterinnen des Gründungs- und Innovationszentrum nicht zu übersehen. Viele der Gründungsinteressierten möchten mit ihrem zukünftigen Start-up einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten. „Das Thema Energie treibt hier alle um. Zwei besonders innovative Gründungsteams wurden sogar mit EXIST-Forschungstransfer gefördert“, sagt Miriam Wiediger, Leiterin des Gründungs- und Innovationszentrums, kurz: GIZ. Als überdurchschnittlich gründungsaffin zeigen sich darüber hinaus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Informatik. Hinzu kommen Alumni, die nach Abschluss ihres Studiums zunächst in einem Unternehmen gearbeitet haben und sich nun auf eigene Beine stellen möchten. Auch sie sind im GIZ willkommen.

Zunehmendes Gründungsinteresse

Im Schnitt führen Miriam Wiediger und ihre beiden Kolleginnen jedes Jahr etwa 240 Erstgespräche mit Gründungsinteressierten. Etwa die Hälfte davon „bleibt bei der Stange“ und entwickelt mit Unterstützung des GIZ viel versprechende Geschäftsmodelle. Tatsächlich an den Unternehmensstart gehen dann pro Jahr etwa 10 Gründerinnen und Gründer von innovativen, technologieorientieren Kapitalgesellschaften. Darunter etwa sechs bis sieben EXIST-geförderte Teams. Hinzu kommen noch etwa 25 freiberufliche Gründerinnen und Gründer.

Insgesamt habe das Gründungsinteresse nicht zuletzt durch die Eröffnung des GIZ im Rahmen von EXIST IV und auch durch die Juniorprofessur für Female Entrepreneurship deutlich zugenommen, so die Erfahrung von Miriam Wiediger: „Dadurch konnten wir in den letzten Jahren sehr viel Sensibilisierungsarbeit leisten. Sehr gut angekommen sind zum Beispiel unsere Best Practice Beispiele. Das heißt, wir haben Postkarten gedruckt, auf denen wir unsere Gründungsteams mit Bild und einer Kurzbeschreibung ihrer Geschäftsidee vorgestellt haben. Damit war dann jedem Außenstehenden klar, dass Gründerinnen und Gründer sowie Unternehmerinnen und Unternehmer eigentlich ganz normale Menschen sind.“

Attraktiv für Studienanfänger: Gründungskultur auf dem Oldenburger Campus

Darüber hinaus betreiben die Oldenburger Gründungsakteure „klassische“ Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit und stellen sich und ihr Angebot in Vorlesungen, in Erstsemester-Veranstaltungen und auf Ersti-Messen vor. Dabei scheint sich bereits im Vorfeld unter den Studienplatzsuchenden herumgesprochen zu haben, dass die Oldenburger Hochschule als EXIST-Gründerhochschule ausgezeichnet wurde und ein umfangreiches „Gründungspaket“ zu bieten hat. Miriam Wiediger: „Viele unserer Studienanfänger sagen uns, dass sie extra wegen der tollen Gründungsunterstützung nach Oldenburg gekommen sind, weil sie sich später einmal selbständig machen möchten. Das ist eine neue Entwicklung, über die wir uns natürlich sehr freuen.“

Prototypenparty an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Prototypenparty an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
© Universität Oldenburg

Dass die Gründungskultur an der Universität Oldenburg einen so hohen Stellenwert besitzt, liegt nicht zuletzt daran, dass das GIZ direkt am Präsidium angedockt ist. „Das Gründungs- und Innovationszentrum gehört zum Referat Forschung und Transfer. Damit sind wir direkt dem Vizepräsidenten für Forschung und Transfer unterstellt. Ich denke, der kurze Draht und der enge Austausch haben sehr viel Positives hier an der Uni und in den einzelnen Fakultäten bewirkt. Sowohl der Präsident als auch der Vizepräsident engagieren sich sehr für das Thema und Gründung und sprechen es auf vielen Veranstaltungen an. Das kommt der Gründungskultur hier auf dem Campus natürlich sehr zugute und war eine tolle Voraussetzung für den erfolgreichen Antrag ‚Innovative Hochschule‘“, ist die Leiterin des GIZ überzeugt.

Die Aktivitäten sind übrigens nicht auf den Oldenburger Campus beschränkt, sondern finden auch an der Jade-Hochschule statt, mit der die Oldenburger im Rahmen von EXIST und auch darüber hinaus kooperieren. Auf dem Programm stehen beispielsweise gemeinsame Planspiele und eine Entrepreneurship School. Zu einem Publikumsmagneten hat sich die einmal im Jahr stattfindende Prototypenparty entwickelt, auf der zehn Gründer ihre Prototypen ausstellen. Mit hundert Anmeldungen ist die Veranstaltung immer schon frühzeitig ausgebucht. Dabei zählen nicht nur viele Gründungsinteressierte zu den Besuchern, sondern auch Unternehmerinnen und Unternehmer sowie weitere Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter aus der Region.

Eng vernetzt mit Wirtschaftsakteuren in der Region

Überhaupt ist das GIZ mit den Unternehmen, der Wirtschaftsförderung sowie den Kammern und Verbänden in der Region sehr eng vernetzt. Mit der Errichtung des GIZ wurde beispielsweise von Anfang ein Beirat installiert, in dem auch Mitglieder aus der lokalen und regionalen Wirtschaft vertreten sind. Hinzu kommen die guten Kontakte zur Wirtschaft durch Professor Alexander Nicolai, Inhaber der Professur für Entrepreneurship, sowie die Präsenz der GIZ-Mitarbeiterinnen auf regionalen Veranstaltungen. „Dadurch konnten wir nach und nach das Interesse der Wirtschaft wecken. Unterstützt haben uns dabei auch die Wirtschaftsvertreter, mit denen wir bereits eng zusammen gearbeitet haben. Sie haben uns viele Türen geöffnet. Wir haben ja den Vorteil, dass unsere Region durch viele kleine und mittlere Unternehmen geprägt ist. Und da funktioniert die Zusammenarbeit wirklich hervorragend“, freut sich Miriam Wiediger. In der Praxis bedeutet das: Unternehmerinnen und Unternehmern stehen den Gründungsteams zum Beispiel als Mentoren zur Seite. Oder sie stellen Räume und Anlagen zur Verfügung, damit die Gründungsteams ihre Produkte und Verfahren testen können. „Wir haben zum Beispiel ein Gründungsteam, das eine wachstumsfördernde ökologische Saatgut-Ummantelung entwickelt hat. Das Team hat jetzt die Chance erhalten, sein Saatgut in einem Oldenburger Unternehmen, einem Gewebelabor mit angeschlossener Baumschule, das sich mit der Mikrovermehrung und Anzucht von Ziergehölzen und Stauden beschäftigt, zu testen. Ein anderes Team erprobt sein automatisiertes Sensorsystem zur Überwachung, Steuerung und Optimierung von Produktionsprozessen gerade bei einem großen Mineralwasserhersteller hier in der Region. Beispiele wie diese gibt es viele, weil die Unternehmen hier in Oldenburg und in der Region einfach daran interessiert sind, diese Innovationskultur und Start-up-Kultur weiter voranzutreiben. Deshalb greifen sie unseren Gründungsteams tatkräftig unter die Arme.“

Standort für Start-ups: Oldenburg und Region

Dass viele der Start-ups in der Region bleiben und sich zu erfolgreichen mittelständischen Unternehmen entwickeln, hängt zweifellos auch mit diesem gut funktionierenden Netzwerk zusammen. Miriam Wiediger: „Es spielt eigentlich keine Rolle, wie lange die Ausgründung zurückliegt. Wer Fragen hat, kommt zu uns. Das ist schon ein sehr enges Verhältnis. Mittlerweile haben wir etwa 80 Unternehmer-Alumni in unserem Pool, die auch gerne zu unseren Veranstaltungen kommen, um über sich und ihr Start-up zu berichten. Diese Erfolgsbilanz tragen wir natürlich auch nach außen. Das übernimmt unter anderem die GIZ gGmbH, die wir im Rahmen der Anschlussfinanzierung von EXIST IV mit großer Unterstützung einer regionalen Stiftung gegründet haben. Sie hat zum Beispiel die Webseite www.startups-nordwest.de aufgelegt, auf der sich unsere Start-ups präsentieren können. Damit wollen wir zeigen, dass eben nicht nur in Hamburg, Berlin, München oder im Ruhrpott gegründet wird. Im Gegenteil: In puncto Gründungs- und Innovationsstärke kann sich die Region Oldenburg sehen lassen.“

Stand: Dezember 2017