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Uni Würzburg: wichtige Impulse für die Region

Mit zehn Fakultäten und 29.000 Studierenden bietet die Julius-Maximilians-Universität Würzburg jede Menge Potenzial für innovative Gründungsprojekte. Gemeinsam mit Unternehmen und institutionellen Akteuren hilft sie dem Gründergeist in der Region Main-Franken auf die Sprünge.

Zentrales Hörsaalgebäude der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Zentrales Hörsaalgebäude der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
© Universität Würzburg

Es ist gar nicht so lange her, da sorgte die Julius-Maximilians-Universität Würzburg für Schlagzeilen in der EXIST-Community als im September 2016 das 1.500. EXIST-Gründerstipendium an „integrAi.de“ ging. Ein Social Start-up, das Städte und Gemeinden bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt unterstützt. Es ist eine von rund 20 Ausgründungen, die jedes Jahr aus der Hochschule hervorgehen. Die Zahl der Gründungsinteressenten ist naturgemäß weitaus höher. Über 100 Teams kommen pro Jahr in das Servicezentrum Forschung und Technologietransfer (SFT) auf dem Campus der Universität Würzburg, um die Gründungschancen für ihre Ideen auszuloten. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Lifesciences. „Das liegt daran, dass wir hier einen ausgeprägten medizinischen Forschungsbereich haben. Da gehören wir international zur Spitzengruppe der akademischen Institutionen“, so Prof. Dr. Lukas Worschech, Leiter des SFT. „In den letzten Jahren hat sich darüber hinaus viel beim Thema Digitalisierung, Games oder auch Drohnen getan, nicht zuletzt durch das Zentrum für Digitale Innovationen , das hier in Mainfranken federführend durch die Stadt entstanden ist.“

Dreh- und Angelpunkt: Servicezentrum Forschung und Technologietransfer

Seit 2011 unterstützen die Gründungsberater des SFT gründungsinteressierte Studierende, Absolventen und Wissenschaftler durch Informationsveranstaltungen und Beratungsangebote. Darüber hinaus hilft das SFT Projekten beim Einwerben von Drittmitteln, beim Umgang mit Erfindungen, und bei der Bewerbung um Preise. Das SFT ist bekannt auf dem Campus. Dafür sorgt nicht zuletzt die in jedem Semester stattfindende vhb (virtuelle Hochschule Bayern) Ring-Vorlesung „Unternehmerische Kompetenz“, die das SFT zusammen mit dem Lehrstuhl für Gründungsförderung ausrichtet. Bis zu 200 Studierende belegen jeweils die Veranstaltung. „Außerdem bieten wir seit Anfang 2017 auch die Ring-Vorlesung Digitale Innovationen an, die wir gemeinsam mit dem Zentrum für Digitale Innovation Mainfranken durchführen. Dabei werden aktuelle Forschungsprojekte rund um digitale Trends und ihre Implikationen für Wirtschaft und Gesellschaft in einer fakultätsübergreifenden Veranstaltung vor einem breiten Publikum von Studierenden, Wissenschaftlern und Praktikern präsentiert und diskutiert. Mit jährlich rund 1.000 Besucherinnen und Besucher ist das Interesse daran sehr groß“, freut sich Lukas Worschech.

Kontakte knüpfen und Netzwerk nutzen

Gut besucht sind auch der Gründerstammtisch und viele weitere Veranstaltungen, die unter dem gemeinsamen Dach von Gründen@Würzburg durchgeführt werden. Allein an den Pitches nehmen 35 Gründungsteams teil. Und die 50 bis 100 Besucherinnen und Besucher aus der Hochschule nutzen die Netzwerkveranstaltungen, um Kontakte zu knüpfen, sich inspirieren zu lassen und gegebenenfalls die Teams zu verstärken. Und nicht nur das, so Lukas Worschech: „Zu den Pitches kommen auch viele Unternehmerinnen und Unternehmer, um sich inspirieren zu lassen. Die wollen von den jungen Teams lernen, wie neue Ideen entstehen können.“ Überhaupt pflegt das SFT einen intensiven Kontakt zu mehreren hundert Unternehmen in der Region. Der Vorteil ist: Durch ihre Teilnahme an Vorlesungen, Diskussionsrunden und anderen Veranstaltungen bekommen die Studierenden immer wieder Einblicke in den Unternehmensalltag und erfahren was es heißt, selbständig zu sein.

Alte Mainbrücke und Festung Marienberg in Würzburg Alte Mainbrücke und Festung Marienberg in Würzburg
© Stadt Würzburg

 

Für einen engen Austausch sorgt das SFT auch durch die Kooperation mit gründungsaffinen Institutionen in der Region Mainfranken und darüber hinaus, sei es mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer oder dem Innovations- und Gründerzentrum Würzburg (IGZ). Worschech: „Wir sind mit vielen Akteuren hier in der Stadt Würzburg und in der Region eng vernetzt. Auch der Oberbürgermeister und die Stadträte, der Landkreis sind sehr offen für das Thema Ausgründungen. Da findet ein kontinuierlicher Austausch statt. Weit über 100 Veranstaltungen pro Jahr zum Thema Finanzierung, Businessplan oder auch Design Thinking können dadurch realisiert werden. Und auf überregionaler Ebene profitieren unsere Teams natürlich auch von den Bayerischen Businessplan-Wettbewerben.“ 

Dass das Thema Gründung in der Stadt Würzburg derzeit einen regelrechten Schub erlebt, sieht Lukas Worschech täglich, wenn er aus dem Fenster blickt. In unmittelbarer Nähe zur Universität werden durch das Zentrum für Digitale Innovationen (ZDI) Mainfranken gerade viele Gebäude für Gründungsinteressierte realisiert. Neben dem 2016 fertiggestellten Technologie und Gründerzentrum (TGZ), wird es künftig außerdem ein Gründer-Campus mit einem Ideenlabor, einem Gründerlabor und Inkubator geben.  

Unterstützung bei Patentierung und Verwertung

Wie die Ideen, die hier entstehen sollen, geschützt und vermarktet werden können, ist dabei Bestandteil der IP-Strategie der Würzburger. Lukas Worschech: „Wenn wir es mit Teams zu tun haben, deren Ideen patentierbar sind, sehen wir zu, dass wir diese Erfindungsmeldungen zu Patenten vorantreiben und zu gewichtigen Patentschwerpunkten, sogenannten Patentfamilien, ausbauen. Dabei schließen wir weit über 300 solcher Verträge pro Jahr ab und unterstützen die Teams dann über den Ideenschutz hinaus auch mit finanziellen Mitteln, um diese Patente zu verwerten. Dafür braucht man allerdings einen langen Atem. Aber da erhalten wir starke Unterstützung - auch durch unsere Hochschulleitung.“