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Vernetzung mit Region

Universität zu Lübeck

Die Universität zu Lübeck und die Fachhochschule Lübeck haben mit ihren Partnern aus der regionalen Wirtschaft dazu beitragen, dass sich die Stadt zu einem führenden Standort für Hightech-Unternehmen entwickelt hat.

Die vom BMWi mit dem Prädikat "EXIST-Gründerhochschule" ausgezeichnete Universität zu Lübeck hat ihren Standort auf dem BioMedTec Wissenschaftscampus. Wer den BioMedTec Wissenschaftscampus besucht, stößt dort nicht nur auf die Universität zu Lübeck und die Fachhochschule Lübeck. Auf dem weitläufigen Gelände haben sich auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Forschungszentrum Borstel angesiedelt. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und forscht auf dem Gebiet der Lungenheilkunde. Vor Ort sind außerdem eine Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie sowie eine Fraunhofer-Projektgruppe zur Bildregistrierung. Und: Nicht zu vergessen das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Hinzu kommt eine Reihe mittelständischer Unternehmen, die ebenfalls in der Medizintechnik-Branche tätig sind.

Institutsgebäude der Universität zu Lübeck Institutsgebäude der Universität zu Lübeck
© Universität zu Lübeck

Alle Akteure eng vernetzt

Dass sich der BioMedTec Wissenschaftscampus mit seinen insgesamt 6.000 Mitarbeitern im Bereich Medizintechnik und Life-Science zu einem der größten Cluster für medizintechnische und naturwissenschaftliche Kompetenzen in Deutschland entwickelt hat, liegt insbesondere an der engen Vernetzung und guten Zusammenarbeit zwischen den Campuspartnern. Und genau die komme auch dem Gründergeist zu Gute, sagt Professor Thorsten Buzug, Vize-Präsident der Universität Lübeck und Leiter des Ressorts Technologietransfer: "Auf universitärer Seite sind wir beispielsweise sehr stark in der Technologieforschung, insbesondere in der Medizintechnik und in den Lifesciences. Die Fachhochschule hat große Kompetenzen im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und Betriebswirtschaftslehre. Informatik und Medizintechnik ist bei beiden Hochschulen angesiedelt. Das Universitätsklinikum bietet uns die Möglichkeit, Entwicklungen in der Medizintechnik mit medizinischer Expertise nachhaltig zu unterstützen. All diese komplementären Kompetenzen sind ideal, um den BioMedTec Wissenschaftscampus im Kern zu einem Gründercampus weiterzuentwickeln." Umso mehr als die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck und die Sparkasse zu Lübeck mit ihrem Gründungs-Know-how ebenfalls auf dem Campus präsent sind. Nicht zu vergessen das Technikzentrum Lübeck, ein Gemeinschaftsunternehmen der Lübecker Wirtschaft, das auf dem Campus Räume für Gründungsteams und junge Unternehmen bereitstellt.

Neue Wege in der regionalen Zusammenarbeit

Dabei würde man in der akademischen Gründungslandschaft weder die Industrie- und Handelskammer noch die Sparkasse als Kooperationspartner vermuten. Beide Institutionen gelten eher als Ansprechpartner für bodenständige Mittelständler, nicht aber für Wissenschaftler, die mit unbegreiflichen Geschäftsideen den Weltmarkt erobern möchten. Ein Vorurteil, dass Dr. Sabine Hackenjos, Leiterin des Geschäftsbereichs Innovation und Umwelt in der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, so nicht stehen lassen will: "Alle Gründungsakteure hier in der Region haben sich darauf verständigt, dass technologieorientierte Gründungen eine wichtige Rolle für die Zukunft der Region Lübeck spielen. Einige der alten Industrien sind weggebrochen, also müssen wir uns neu ausrichten. Wir sehen es daher als unsere Aufgabe an, das wissenschaftliche Know-how für unsere Unternehmen hier in der Region zu nutzen und technologieorientierte Branchen weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch die Förderung von Ausgründungen aus Hochschulen." 

Wie diese Förderung aussehen kann, haben Sparkasse und Kammer gemeinsam mit den Vertretern der Hochschulen vor zwei Jahren auf den Punkt gebracht. Dr. Sabine Hackenjos: „Wir haben uns gefragt: Wer kann was am besten? Damit hatten wir kurzerhand vielfältige Kompetenzen auf dem Tisch, die sich gegenseitig ergänzen und aus denen sich ein für akademische bzw. wissenschaftliche Ausgründungen sehr gut geeignetes Paket schnüren ließ." Ein Beispiel für viele: der Gründerpreis der Sparkasse zu Lübeck AG - BioMedTec, den die Sparkasse mit 10.000 Euro ausgelobt hat.

Ergebnis guter Kooperation: der GründerCube

Wie gut der Gründergeist auf dem Campus mit den Gründungsakteuren in der Region vernetzt ist, zeigt aber vor allem der GründerCube. In dem roten quadratischen Flachbau mitten auf dem Campusgelände laufen alle Fäden zusammen: "Informationen, Unterstützung, Beratung, Veranstaltungen und vieles mehr", wie es auf der Webseite des GründerCubes heißt. Finanziert wurde die zentrale Koordinations- und Beratungsstelle durch die Sparkassenstiftung zu Lübeck und die Possehl-Stiftung Lübeck. In Kürze wird hier außerdem die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck Beratungen für Gründerinnen und Gründer anbieten.

Drei Gründer am Eingang zum Gründercube Auf dem Weg zum Beratungsgespräch im Gründercube in Lübeck
© Universität zu Lübeck

Stiftungsprofessur für Entrepreneurship

Ein herausragendes Indiz für diesen Schulterschluss ist auch die Stiftungsprofessur für Entrepreneurship, die an der Universität zu Lübeck eingerichtet wird. Sie ist der Industrie- und Handelskammer, der Possehl-Stiftung und dem Technikzentrum zu verdanken. Der Lehrstuhlinhaber wird zukünftig zusammen mit dem auf Seiten der Fachhochschule bereits eingesetzten Leiter des Instituts für Entrepreneurship und Business Development, Prof. Dr. Jürgen Klein, das hochschulübergreifende Institut für Entrepreneurship und Business Development leiten. Als Brückeninstitut wird es die gemeinsame Gründungsförderung auf dem Campus intensivieren und den BioMedTec Wissenschaftscampus zum BioMedTec Gründercampus weiterentwickeln. Standort des Instituts: der GründerCube.

Botschafter des GründerCubes: Gründer-Scouts

Eine besondere Aufgabe fällt außerdem den drei Gründer-Scouts des GründerCube-Teams zu. Sie alle haben eine technologieorientierte Ausbildung absolviert und die Aufgabe, Kontakt zu den hochschuleigenen und außeruniversitären Institutsleitungen aufzunehmen, um sich über deren aktuelle Forschungsprojekte auszutauschen und die Angebote des GründerCubes vorzustellen. Im Nachgang zu jedem Gespräch erstellen die Gründer-Scouts einen Bericht (Projektbogen), der das Gründungspotenzial des jeweiligen Forschungsprojekts auf den Punkt bringt. "Fällt die Analyse positiv aus, lädt das GründerCube-Team die betreffende Institutsleitung zu einem Gespräch ein.

Gespräche mit Gründern nicht dem Zufall überlassen

Ist man sich im Anschluss an diese Sondierungsgespräche mit den Institutsleitungen darüber einig, ein Gründungsvorhaben in Gang zu setzen, gehen die Berater des GründerCube auf die Wissenschaftler zu, die das Projekt unmittelbar betreuen.

Neben den Forscherteams, kommen natürlich auch Studierende oder frisch gebackene Absolventen zur Beratung in den GründerCube. "Das ist sehr vielfältig. Deshalb ist die Vernetzung so wichtig, um an bestimmten Punkten möglichst frühzeitig unsere Partner mit an Bord zu holen", so die Erfahrung von Ulrike Mildner.

Informationsveranstaltungen und Einzelberatungen

Ergänzend zur Roadmap für die Gründung stehen allen Gründungsinteressierten auf dem Lübecker Campus Informationsveranstaltungen mit kombinierten Einzelberatungen offen. Dazu gehören zum Beispiel die "Basislager", die von der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck ein- bis zweimal pro Semester für jeweils 20 Teilnehmer durchgeführt wird. Sie richten sich nicht nur an Studierende und Absolventen der Ingenieurwissenschaften an der Fachhochschule, sondern ebenso an Medizintechniker, Informatiker und Naturwissenschaftler der Universität. "Die Informationen werden dann im Anschluss in Einzelgesprächen vom Beratungsteam des GründerCubes mit Blick auf die besonderen Anforderungen der Gründungsteams vertieft. Das läuft sehr gut. Die Veranstaltungen sind immer ausgebucht", freut sich Dr. Sabine Hackenjos.

Grafik zum Projekt der Universität zu Lübeck Der Gründungstrichter zeigt den Projektansatz der Universität zu Lübeck
© Universität zu Lübeck

Spezialthema: Finanzierung

Gut besucht sind übrigens auch die Informationsveranstaltungen zu Schutzrechten und der Finanzierungssprechtag. Beide werden ebenfalls von der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck organisiert und finden einmal im Semester statt. Dass anlässlich des Finanzierungsprechtags auf EXIST-Gründerstipendium und EXIST-Forschungstransfer hingewiesen wird, versteht sich von selbst. Als gutes Finanzierungsinstrument im Anschluss an EXIST hat sich darüber hinaus der EFRE-Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein in Kombination mit Mitteln der KfW und/oder des High-Tech Gründerfonds bewährt. "Dass bei den Start-ups nach Auslaufen der EXIST-Förderung eine Finanzierungslücke eintritt, kommt daher nur selten vor", ist Professor Thorsten Buzug überzeugt.

Flächendeckende Entrepreneurshiplehre

Die Entrepreneurshiplehre ist flächendeckend sowohl in den Bachelor- als auch Masterstudiengängen verankert. Ob in den Medizinischen Ingenieurwissenschaften, der Biochemie, der Mathematik in den Medizin- und Lebenswissenschaften und der Medizinischen Informatik: Die Entrepreneurshipseminare und -vorlesungen sind fest im Curriculum integriert. Selbst die angehenden Mediziner haben die Möglichkeit, wahlweise einen Kurs zu belegen.

Für Einblicke in die unternehmerische Praxis bietet außerdem die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck in Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren vor Ort Unternehmensbesichtigungen für Studierende an. Viele von ihnen erhalten hier zum ersten Mal eine erste konkrete Vorstellung davon, was es heißt, Unternehmerin oder Unternehmer zu sein.

Gekürzte Fassung aus EXIST-news Nr. 1/Juli 2014

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