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Basis für Innovationen: Aussteiger, Experimente, Netzwerk

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde“, soll der Autohersteller und Erfinder Henry Ford geäußert haben. „Und wenn uns in den Neunzigerjahren jemand erzählt hätte, was ein Smartphone alles kann, hätten die meisten Leute gesagt: Nein, so etwas brauche ich nicht“, ist Prof. Andreas Knie überzeugt.

Will sagen: Keiner vermisst Innovationen, solange es sie nicht gibt. Aber sobald sie in der Welt sind, sind sie unverzichtbar. Vom Allradantrieb übers Frühstückmüsli bis zum Start-up: Das Adjektiv „innovativ“ darf heutzutage nirgends mehr fehlen. Der Begriff ist zum Buzzword des Marketings geworden mit einer guten Portion Beliebigkeit als Dreingabe. „Der Hype fing vor etwa zehn Jahren an“, stellt Dr. Werner Rammert, Professor für Techniksoziologie an der Technischen Universität Berlin, fest. „Damals tauchte in jeder Uni-Broschüre das Wort ‚innovativ‘ immer häufiger auf. Und inzwischen wird gar nicht mehr zwischen Erfindungen, also Inventionen, kurzlebigen Trends oder Moden und tatsächlichen Innovationen unterschieden. Meist meint man eigentlich nur Neuerungen, von denen man hofft, dass sie einmal zu Innovationen werden.“

Wovon ist die Rede?

Die Liste der Definitionen und Näherungen an den Begriff der Innovation ist lang. Dabei gilt Joseph A. Schumpeter als der Vater aller Definitionen, auch wenn er in seiner „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ von 1911 den Begriff der Innovation noch gar nicht verwendet. Dennoch trifft er ihren Kern, wenn er über die Neu-Kombinationen vorhandener Produktionsmittel schreibt, die sich auf unterschiedliche Weise auf dem Markt durchsetzen. Über 100 Jahre sind seit Schumpeters Ausführungen vergangen. Inzwischen hat sich die internationale Wissenschaftsgemeinde unter dem Dach der OECD im so genannten Oslo-Manual von 2005 auf eine neue Definition geeinigt. Denn, so Dr. Monika Schnitzer, Professorin für komparative Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation, „wenn wir zum Beispiel Unternehmen miteinander vergleichen und wissen möchten, wie innovativ das eine oder das andere Unternehmen ist, muss man eine Definition zugrunde legen, die auf alle gleichermaßen anwendbar ist. Dafür ist die Definition im Oslo-Manual eine gute Grundlage.“ Demnach ist eine Innovation im Wesentlichen die Einführung eines neuen oder deutlich verbesserten Produkts oder Prozesses. 

Nichts fällt vom Himmel

Wobei „neu“ in den seltensten Fällen tatsächlich neu im Sinne von „nie dagewesen“ meint, sondern an Schumpeters Idee der Neu-Kombination vorhandener Dinge anknüpft. Prof. Dr. Andreas Knie, Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, an dem unter anderem das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung beteiligt ist: „Nichts fällt vom Himmel. Alle Dinge sind eng miteinander vernetzt. Anstatt des vielzitierten disruptiven Geschäftsmodells haben wir überall den Keim des Neuen schon angelegt. Innovationen knüpfen in der Regel an bestehende Technologien, Produkte oder Dienstleistungen an. Dennoch verändern sie unser Leben beziehungsweise bestimmte Bereiche davon grundlegend.“ Wie zum Beispiel das Fernsehen und das Internet. Prof. Monika Schnitzer: „Mit der Einführung und Verbreitung des Fernsehens haben die Menschen angefangen, einen großen Teil ihrer Freizeit zu Hause vor dem Fernseher zu verbringen. Dieser Fernsehkonsum hat sich auch auf ihr Sozialleben ausgewirkt. Das konnten Wissenschaftler in einer Studie in Indonesien sehr gut nachverfolgen. Je nachdem wie gut oder schlecht der Empfang in einer Region war, haben die Familien einen größeren Teil ihrer Freizeit zu Hause vor dem Fernseher verbracht oder aber sich häufiger mit Freunden oder Familienangehörigen getroffen. Ganz anders hat sich die Einführung des Internets ausgewirkt.. Man sollte meinen, jeder surft alleine vor seinem Bildschirm. Tatsächlich aber findet mehr soziale Interaktion über Foren, digitale Netzwerke, gemeinsame Spiele usw. statt. Insofern haben wir es mit zwei auf den ersten Blick ähnlichen Innovationen zu tun, die sich ganz unterschiedlich auf das Kommunikations- und Sozialverhalten auswirken.“

Sowohl das Fernsehen als auch das Internet haben darüber hinaus zu so genannten Innovationsschwärmen geführt, so Prof. Werner Rammert: „Innovationsschwärme bilden sich um eine Innovation herum. Erst mit dem Internet-Protokoll, einer Software-Innovation, wurde das Datenversendungsnetzwerk zu dem öffentlich und vielseitig genutzten Medium Internet, wie wir es kennen. Es sorgte dafür, dass jeder Nutzer eine Adresse hat. Eine Voraussetzung dafür, um per E-Mail zu kommunizieren. Weitere Innovationen der Anwendungssoftware, der Dienste, der Übertragungskapazitäten bis hin zu heutigen Applikationen, den Apps, folgten wie ein Schwarm darauf.“

Kulturelle, soziale, politische Innovationen

Dass technische Innovationen immer wieder zu Änderungen im gesellschaftlichen oder individuellen Verhalten geführt haben, ist nicht neu. Darüber hinaus setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Innovationen selbst nicht nur technischer Natur sein müssen. Auch in der Kultur, im Sozialen und in der Politik entstehen Innovationen, ist Prof. Werner Rammert, Initiator des interdisziplinären Kollegs „Innovationsgesellschaft heute“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft, überzeugt: „Die Bismarcksche Sozialgesetzgebung, der deutsche Kindergarten oder auch der Emissionshandel für CO2-Zertifikate und das Erneuerbare-Energien-Gesetz zählen zweifellos zu den sozialen und politischen Innovationen.“ Sie alle haben das wichtigste Kriterium einer Innovation erfüllt, sich trotz aller Widerstände und Konflikte dauerhaft und mit sichtbaren Folgen, die jeweils als nachhaltige Verbesserung gelten, in ihrem jeweiligen Umfeld national oder international gegenüber älteren Modellen durchgesetzt zu haben – bis sie wieder von der nächsten Innovation abgelöst werden. Was Prof. Monika Schnitzer bei sozialen Innovationen bisher allerdings vermisst, ist eine allgemein verbindliche Definition. „Da gibt es noch einen langen Diskussionsprozess. Wir beschäftigen uns auch in der Expertenkommission mit dem Thema soziale Innovation und kämpfen damit, dass es noch keine akzeptierte allgemein gängige Definition dafür gibt.“ 

Erschwerend kommt hinzu, dass – genauso wie im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich – soziale Innovationen sich nicht nur positiv, sondern auch negativ oder sich im moralischen Sinn auch als schlecht erweisen können. Das Ergebnis zeigt sich meist erst im Verlauf ihrer Anwendung. Dann zum Beispiel, wenn die Wechselwirkungen mit dem System, in das sie eingebettet sind, erkannt und die daraus resultieren den gesellschaftlichen Veränderungsprozesse deutlich werden. Prof. Andreas Knie: „Eine Innovation bedroht immer das schon Bestehende, weil sie immer etwas grundlegend Neues ist. Entweder indem sie es verdrängt oder durch eine Neukombination verändert. Wenn wir zum Beispiel in Zukunft kaum noch stationäre Warenhäuser haben werden und sich ganze Wertschöpfungsketten, Lieferketten, Produktionsketten verändern, werden damit natürlich gewaltige Veränderungen in der Arbeitswelt und damit in unserer Gesellschaft verbunden sein. Ob das als durchweg positiv empfunden werden wird, kann man heute nicht sagen.“

Andere Innovationswirkungen sind demgegenüber deutlich zu spüren, so Prof. Werner Rammert: „Denken Sie beispielsweise an den Guerillakampf als innovative Formen der effektiven Organisierung. Oder nehmen Sie die Finanzderivate. Die waren in den 80er Jahren eine ganz große Innovation. Entwickelt wurden sie von Mathematikern, die in die Ökonomie abgewandert waren. Aber welche Konsequenzen diese Finanzpapiere haben würden, haben die Banker damals nicht verstanden, geschweige denn ihre Kunden. Gehandelt wurden sie trotzdem, weil sie gut fürs Geschäft waren. Der Beitrag zur weltweiten Finanzkrise ist bekannt.“

Wie kommen Innovationen „in die Welt“?

Als Garant für technischen Fortschritt, Chancen für neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplatzbeschaffer stehen Innovationen ganz oben auf der politischen Agenda. Dabei sollte sich die staatliche Innovationsförderung nicht auf Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen beschränken, sagt Prof. Monika Schnitzer: „Schon die Lehrpläne an Schulen und die Ausbildung der Lehrkräfte sollten so ausgerichtet sein, dass sie junge Menschen dazu ermuntern, zu experimentieren und Neugierde für Natur- und Ingenieurwissenschaften zu entwickeln. Darüber hinaus ist es wichtig, gut ausgebildete Nachwuchsforscher im Land zu halten bzw. ins Land zu holen. Die talentiertesten Forscher werden aber nur dann in Deutschland bleiben oder zu uns kommen, wenn sie gute Forschungsbedingungen vorfinden und der Standort eine hervorragende internationale Reputation genießt.“

Dafür brauche es attraktive Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, um langfristig angelegte Forschungsprojekte umsetzen zu können. Und nicht zu vergessen: die Finanzierung. „Wenn wir uns internationale Rankings anschauen, gehört Deutschland durchaus zur Gruppe der Innovation-Leader. Aber wir sind nicht an der Spitze, was die Ausgaben für Forschung und Entwicklung angeht. Wir haben zwar inzwischen das in Lissabon vereinbarte Ziel erreicht, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung auszugeben. Nur: Länder wie Südkorea, Finnland oder Japan liegen bei 3,5 bis 4 Prozent. Deswegen müssen wir uns ehrgeizigere Ziele setzen, um nicht zurückzufallen.“

Experimentierräume schaffen

Darüber hinaus wünscht sich Prof. Andreas Knie etwas weniger Besitzstandswahrung und dafür mehr Mut und Gestaltungswillen von staatlicher Seite. „In den Branchen, wo wir Exportweltmeister sind, waren wir schon vor 100 Jahren Exportweltmeister. Neue Unternehmen von Weltgeltung sind hier in den letzten 30 Jahren nicht entstanden. Die großen Megatrends sind an uns vorbeigegangen. Obwohl der Staat wie zum Beispiel mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz durchaus Optionen für Innovationen eröffnet hat. Aber um den neuen Ideen und daraus resultierenden Produkten und Verfahren tatsächlich den Weg zu ebnen und ihnen die Chance zu geben, sich als Innovationen auf dem Markt durchzusetzen, reicht das nicht aus. Da sollte zumindest überlegt und geprüft werden, ob nicht zum Beispiel mehr Experimentierräume geschaffen werden können.

Innovationen basieren nun einmal auf Grenz- und Regelüberschreitungen. Und vor dem Hintergrund ist Deutschland zu starr. Im Vergleich dazu sind die Voraussetzungen in Kalifornien, in New York und interessanterweise auch in Florida besser. Dort wird das Experimentelle mehr genutzt und gesucht.“ Davon könnten wir hier mehr gebrauchen, ergänzt Prof. Werner Rammert: eine Kultur, die es erlaubt, Fehler zu machen, neu zu starten und etwas anderes zu versuchen – eben zu experimentieren. Damit die nächste große Herausforderung, die vor der Tür steht, bewältigt werden kann. Stichwort: Mobilität. „Wir können alle beobachten, dass in Großstädten und insbesondere bei Jugendlichen das eigene Auto immer mehr an Stellenwert verliert. Dagegen gewinnen Konzepte für eine verteilte Mobilität oder auch für Sharingangebote zunehmend an Interesse. Das bedeutet: In Zukunft wird womöglich die ganze Automobilindustrie auf den Kopf gestellt. Vergleichbar mit der Digitalisierung in der Medienbranche, die heute schon gezwungen ist, nach ganz neuen Wertschöpfungsmodellen zu suchen.“

Innovationstreiber Start-ups

„Natürlich“, knüpft Prof. Monika Schnitzer hier an, „wird in den deutschen Hochschulen viel Grundlagenforschung zu diesem Thema betrieben. Innovationen entstehen aber erst dann, wenn die Forschungsergebnisse zum anwendungsreifen Produkt weiterentwickelt werden. Und das tun vor allem junge Unternehmen, die beispielsweise durch Ausgründungen aus Hochschulen entstehen.“ An dieser Nahtstelle, so Prof. Andreas Knie, profitierten die Hochschulen von ihren Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern, die nicht zuletzt durch EXIST dazu motiviert werden, Ideen zu entwickeln und über eine Unternehmensgründung als Innovationen auf den Markt zu bringen. Ob nun Start-ups, Spin-offs oder Kleinunternehmen, letztlich sei es aber doch so, sagt Prof. Andreas Knie „dass der eigentliche Impuls für neue Ideen von Menschen kommt, die sich zusammentun, um ein Projekt voranzutreiben. Das kann in eine kommerzielle Verwertung münden, muss es aber zunächst nicht“.

Innovationstreiber soziale Bewegungen

Eine kommerzielle Verwertung ihrer Ideen haben zum Beispiel soziale Bewegungen in der Regel nicht im Sinn. Dennoch gehören sie zu den wichtigen Innovationstreibern. Beispiel: regenerative Energien. Heutzutage gilt der Bereich der regenerativen Energien und der Energieeffizienz als eine der innovativsten und vielversprechendsten Branchen in Deutschland. Eine Entwicklung, die vor über 30 Jahren mit den ersten „Atomkraft? – Nein Danke!“-Aufklebern nicht abzusehen war. Prof. Monika Schnitzer: „Soziale Bewegungen geben wichtige Impulse. Warum gibt es denn heute die Energiewende? Weil ein großer Teil der Gesellschaft das so eingefordert und die Politik darauf reagiert hat. Das gilt auch in anderen Bereichen. Nehmen Sie zum Beispiel die medizinische Forschung. Hier gibt es immer wieder Patientengruppen, die Druck ausüben, damit Therapien für bestimmte Erkrankungen entwickelt werden. Sie bilden Netzwerke und tauschen über das Internet Informationen aus, beispielsweise über Symptome ihrer Krankheit. Der Druck, der durch gesellschaftliche Gruppen ausgeübt wird, spielt also bei der Entwicklung von Innovationen durchaus eine wichtige Rolle.“ Zu beobachten ist dies im Übrigen auch immer wieder in experimentierfreudigen Kommunen, die – nicht selten von ihren Bürgerinnen und Bürgern dazu angeregt – ganz unterschiedliche zukunftsorientierte Konzepte umsetzen und auf Tauglichkeit testen. Ob die fahrradfreundliche nnenstadt, die ökologisch orientierte Neubausiedlung oder das kommunal geförderte Mehr-Generationen-Wohnen: Technische und soziale Innovationen sind dabei immer eng miteinander verknüpft. Woran es dagegen in der Regel hakt, ist die Übertragung erfolgreicher Beispiele im großen Stil.

Innovationstreiber gesellschaftliche Utopien

Naturwissenschaftlich-technische Innovationen und gesellschaftliche Utopien gehen dabei nicht selten Hand in Hand. Als die Pioniere der Ökobewegung vor 30 Jahren damit begannen, kleine schwarze Schläuche auf ihre Dächer zu montieren und erste Experimente mit Erdwärmepumpen machten, wurden sie noch belächelt. Das war natürlich alles sehr primitiv – ungefähr so wie das Gefährt, mit dem Bertha Benz 1888 unterwegs war. Prof. Werner Rammert: „Aber es hat sich gezeigt, dass daraus Techniken entwickelt wurden, mit denen Deutschland heute international glänzen kann. Der Impuls kam also nicht aus der Wirtschaft oder aus Forschungseinrichtungen, sondern letztlich von ‚Aussteigern‘, von Leuten, die eine Utopie hatten und etwas verändern wollten. Im Übrigen ist auch die ganze Computerentwicklung so entstanden. Das waren Leute, die zum Teil gute Jobs bei IBM hatten und dort gekündigt haben, dann an die Westküste gegangen sind. Das waren die Nerds, die von den Möglichkeiten der digitalen Technologien begeistert waren und deren Möglichkeiten erkannt und in ihren Garagen oder wo auch immer herumgetüftelt haben.“

Innovationstreiber Vernetzung

Dass sich Apple, Microsoft oder Google dann so schnell und so erfolgreich international durchgesetzt haben, führt Prof. Werner Rammert vor allem darauf zurück, dass „in den USA der Austausch mit unterschiedlichen Playern eine wichtige Rolle spielt. Der Kontakt zu anderen Tüftlern, zu Start-ups und Unternehmen, zu Beratern und anderen Akteuren macht die besondere Mischung, die aus Ideen Innovationen macht. Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei, dass die Kommunikation nicht hierarchisch strukturiert ist. Man begegnet sich idealerweise auf Augenhöhe. Hinzu kommen Kapitalgeber, die gerade in der Wachstumsphase von jungen Unternehmen für die notwendige Finanzierung sorgen, um die Tür zum internationalen Markt zu öffnen.“

Solche Innovationsnetzwerke vermisst der Berliner Innovationssoziologe immer noch in Deutschland: „Wir haben zwar eine ganze Reihe solcher Verbünde, die diesen Namen tragen. Es gibt auch gute Ansätze zum Beispiel in München, Jena oder auch im Krebsforschungszentrum Heidelberg. Aber der Austausch zwischen Großunternehmen, Start-ups, wissenschaftlichen Instituten und politischen Gremien oder Ministerien könnte noch viel enger sein, damit aus einem genialen Funken ein innovatives Feuerwerk wird.“ Zudem müsse man sich viel mehr mit der Situation und dem Innovationsbedarf in anderen Ländern auseinandersetzen. „Warum laden wir nicht Sozialwissenschaftler, Informatiker, Ingenieure und Vertreter von sozialen Bewegungen aus afrikanischen oder asiatischen Ländern ein?Anstatt dort über unsere Entwicklungshilfe 100 Traktoren oder Wasseraufbereitungsanlagen hinzustellen, wäre es viel sinnvoller, weit mehr als bisher gemeinsam regional und kulturell angepasste soziale oder technische Innovationen zu entwickeln.“

Gesprächspartner:

  • Prof. Dr. Werner Rammert, Technische Universität Berlin, Institut für Soziologie, FG „Techniksoziologie“, DFG-Kolleg „Innovationsgesellschaft heute“
  • Prof. Dr. Andreas Knie, Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH
  • Prof. Dr. Monika Schnitzer, Inhaberin des Lehrstuhls für komparative Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation

Der Beitrag ist im September 2015 in der Publikation „Das ist EXIST 2015“ erschienen.

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