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Wie gestaltet sich die steuerliche Behandlung der Nebentätigkeiten?

Die steuerliche Einordnung der erzielten Einnahmen im Rahmen der zulässigen Nebentätigkeit ist unabhängig von dem mit der Hochschule oder Forschungseinrichtung geschlossenen Stipendiatenvertrag zu beurteilen. Die Einordnung zu einer der sieben Einkunftsarten des deutschen Steuerrechts richtet sich nach der Art der Betätigung und der Art der Ausübung der Arbeit.

Die Einkünfte aus Nebentätigkeiten im Rahmen eines Dienstverhältnisses (z.B. als Tutor oder wissenschaftliche Hilfskraft) sind grundsätzlich lohnsteuerpflichtig. Vereinfachungen für Einkünfte bis zu 450 Euro, so genannte Minijobs, und für Einkünfte bis 800 Euro, sollten im Einzelfall geprüft werden. Die Gründer haben diese Einkünfte in einer Anlage N zur Einkommenserklärung anzugeben.

Neben diesen „typischen“ Einkünften kann der Stipendiat auch Einkünfte aus einer reinen Vermögensverwaltung erzielen. Vermietet der Gründer bspw. ein ihm gehörendes Gebäude, so erzielt er hiermit grundsätzlich Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Investiert er in Kapitalanlagen in Form bspw. von Publikumsfonds oder Aktien, erzielt er Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Inwieweit können Stipendiaten eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abschließen?

Der Abschluss einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung ist für den Existenzgründer nur dann möglich, wenn die Umsetzung seiner Gründungsidee dem betrieblichen Bereich zugeordnet werden kann (s. o.) und er damit die Stellung eines Selbstständigen im Sinne des § 28 a Abs.1 Nr. 2 SGB III hat. Voraussetzung ist auch, dass innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens ein Jahr lang Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestand oder Entgeltersatzleistungen von der Arbeitslosenversicherung bezogen wurden, § 28 a Abs. 1 S. 2 SGB III. In formeller Hinsicht ist der Antrag innerhalb von einem Monat nach Aufnahme der Selbstständigkeit – Gewährung des Stipendiums – zu stellen, § 28 a Abs. 2 S. 2 SGB III.