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Ministerin Zypries zu Besuch bei Darmstädter EXIST-Start-up

Datum
04.10.2017

Bundeswirtschaftsministerin besucht Alcan Systems Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, Prof. Dr. Mira Mezini und Prof. Dr. Rolf Jakoby von der TU Darmstadt sowie Esat M. Sibay von Alcan Systems (v.l.n.r.).
© ALCAN Systems

Das junge Darmstädter Start-Up ALCAN Systems stellte am 28. September 2017 Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries seine Antennentechnologie vor. ALCANs Technik erlaubt die Herstellung extrem flacher, elektronisch steuerbarer Satellitenantennen. Autos, Züge, Flugzeuge oder Schiffe können mit solchen Antennen das Internet oder Fernsehen in Zukunft mobil und in entlegenen Gebieten nutzen. Teil des Geheimnisses der neuen Technik ist die Nutzung von Flüssigkristallen. Zypries, die auch Koordinatorin der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt ist, zeigte sich beeindruckt: "Diese Flüssigkristall-Antenne, bei der keine sensible Mechanik mehr nötig ist, ist eine echte Innovation", stellte Zypries fest. "Es ist schön zu sehen, wie viel Potential in Ausgründungen aus Universitäten steckt, und welche innovative Technologien dabei entstehen", betonte die Ministerin.

Die Entwicklung von Flüssigkristallen für Antennen begann 2002 am Fachgebiet für Mikrowellentechnik der TU Darmstadt. 2013 konnte der damalige Doktorand und heutige Firmengründer von ALCAN, Dr. Onur Karabey, an einem Prototyp zeigen, dass man Flüssigkristallantennen bauen kann, die flach wie die allgegenwärtigen LCD-Bildschirme sind. So lässt sich eine Satellitenantenne bauen, die sich ihren Satelliten selbst sucht und ihm folgt.

2013 erhielt ALCAN durch EXIST-Forschungstransfer des Bundeswirtschaftsministeriums die notwendigen Mittel, die Existenzgründung vorzubereiten. Begleitet wurde die Gründung vom Referat für Forschungstransfer der TU Darmstadt, das durch Vizepräsidentin Prof. Mira Mezini vertreten war. "Wir haben die Technik weiterentwickelt und Investoren gesucht, die uns auch technologisch helfen können", erklärte Finanzvorstand Esat Sibay.

Letztlich fand das Unternehmen drei starke Partner. SES, der europäische Betreiber der Astra-Satelliten mit Sitz in Luxemburg, der über ein Tochterunternehmen Internet in entlegenen Regionen via Satellit bereitstellt, SPC, einer Beteiligungsgesellschaft eines chinesischen Display-Herstellers sowie das Darmstädter Unternehmen Merck, deren Flüssigkristalle die Grundlage für die Technologie darstellen. 2016 konnten 7,5 Mio. Euro Kapital eingeworben werden. Mit dem Geld soll die Markteinführung der ersten Antenne für Wohnmobile Ende 2018 realisiert werden. Das nächste Ziel der Darmstädter Gründer ist der Automobilmarkt, denn flache Antennen für Fernsehen, Internet und autonomes Fahren werden in den nächsten Jahren auf den Markt drängen.