EXIST-Gründerstipendium

Spin-off: Wissenschaft vermarkten

Forschungsergebnisse mit Gewinn vermarkten: Das ist, kurz gefasst, die Idee von Spin-off-Gründungen.

Ihren Ursprung haben Spin-offs immer in einer Muttergesellschaft, einem so genannten Inkubator. Inkubatoren sind entweder forschungsintensive Unternehmen (wie z.B. Siemens oder BASF) oder Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck- oder Fraunhofer Gesellschaft.

Hohe Marktorientierung der Muttergesellschaft

Empirische Erkenntnisse zeigen, dass Gründungen forschungsintensiver Unternehmen bis zu fünf mal schneller Markterfolge realisieren. Offensichtlich spiegeln sich die wesentlich stärkere Marktorientierung der Muttergesellschaft in den Geschäftsmodellen der Spin-offs wider. Spin-off-Gründungen wie Apple Computers oder SAP dokumentieren dies hinreichend.

Freigabe durch Muttergesellschaft

Gegründet wird beispielsweise von einem Assistenten oder wissenschaftlichen Mitarbeiter, der mit diesem Schritt das Unternehmen oder die Forschungseinrichtung verlässt und sich mit seinen Forschungsergebnissen und der daraus entwickelten Geschäftsidee selbstständig macht. Dafür muss er sicherstellen, dass die Muttergesellschaft die Forschungsergebnisse zur wirtschaftlichen Verwertung freigibt. Hier ist in der Regel der Goodwill des für das Forschungsprojekt verantwortlichen Leiters notwendig. Nicht selten erhält dieser dann quasi als Gegenleistung einen Posten im Aufsichtsrat des neuen Unternehmens.

Solides kaufmännisches Know-how

Die Zusammensetzung des Gründungsteams, der Businessplan und eine angemessene Finanzierung sind tragende Säulen eines Erfolg versprechenden Spin-offs. Die Produktentwicklung bis zur Marktreife erfordert meist nachhaltiges finanzielles Engagement durch externe Investoren. Deren Interesse müssen Spin-off-Gründer wecken. Daher ist es für Wissenschaftler, die aus technischen oder naturwissenschaftlichen Fakultäten kommen und den Schritt ins Unternehmertum wagen, wichtig , mindestens einen weiteren Gründer im Team zu haben, der über solides kaufmännisches Know-how verfügt.

Überzeugender Businessplan

Der Businessplan ist dabei nicht nur Fahrplan für die Gründer, sondern vor allem Überzeugungs- und Kommunikationsinstrument für die Geldgeber. Er enthält unter anderem Antworten auf folgende Fragen:

  • Welches Technologieprodukt steht im Zentrum des Geschäftsmodells?
  • Welchen Innovationsgrad weist das Produkt auf?
  • Wie groß ist der Entwicklungsbedarf?
  • Wann kann der erste Prototyp erstellt werden?
  • Welche Ressourcen hinsichtlich Personal- und Materialausstattung sind erforderlich?
  • Wie hoch ist das finanzielle Engagement eines externen Investors, und welchen Anteil am Unternehmen fordert dieser?

Technologiezentren und versierte Praktiker können bei Ausarbeitung des Businessplans helfen. Die Erfahrung zeigt: Neun von zehn Unternehmen geht nach dem Start auf halbem Weg die Luft aus: Sie haben den Kapitalbedarf für die Entwicklungszeit unterschätzt oder das Management oder die Vertriebsstrukturen funktionieren nicht. Die sorgfältige Vorbereitung und Einbindung kompetenter Berater ist daher das A und O für Spin-off-Vorhaben.

Quelle: Dr. Thomas C. Knecht , Droege & Comp. GmbH, München, Juror des FLÜGGE-Programms der Bayerischen Staatsregierung