Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

"Scidea knüpft an den Erfahrungen an, die die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bisher gemacht hat", sagt Dr. Susanne Hübner. "Wir haben eine Lücke festgestellt: in der schnellen Verwertung von innovativen und wachstumsorientierten Forschungsergebnissen. Dafür brauchen wir einen direkten Weg zum Markt. Der wird jetzt mit EXIST III geschaffen."
Scouting: Forschungsschwerpunkte erfassen
Zu diesem Zweck tragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst einmal in einem Scouting zusammen, woran die einzelnen Fachbereiche der Universität und der außeruniversitären Institute forschen, welche Arbeitsschwerpunkte und Patente es gibt. Die Ergebnisse fließen in eine Datenbank ein. Dr. Susanne Hübner: "Das gleiche machen wir noch mal auf der Wirtschaftsseite. Ziel ist es Unternehmen anzusprechen, um deren Probleme zu diskutieren und Lösungsansätze zu finden, für die Kompetenzfelder in der Universitäten vorhanden sind".
Zielgruppe sind wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden aus den Kompetenzfeldern der Hochschulen. "Wir denken, dass sie nicht nur die erforderlichen Innovationen, sondern auch die nötige Persönlichkeit mitbringen, um Ausgründungen zu betreiben." Auf der Wirtschaftsseite werden die Clustervertreter angesprochen, die wiederum Zugang zu kleinen und mittleren Unternehmen verschaffen. Die wichtigen Innovationsfelder vor Ort ranken sich dabei um die Themen Bio- und Nanotechnologie, Chemie und neue Werkstoffe, Solartechnik sowie Kreativwirtschaft.
Innovationsforen: Forscher treffen Unternehmer
Unternehmen werden dann mit den Forschenden, deren Arbeit besonders erfolgsträchtig erscheint, in so genannten Innovationsforen an einem Tisch versammelt. Dr. Susanne Hübner: "Hier schauen wir, wo es Passungen gibt. Dabei übernehmen wir die Rolle der Moderatoren und Übersetzer. Denn die Sprache der Forscher ist eine andere als die der Unternehmer."
Versteht man sich und ist ein Projekt wirtschaftlich interessant, so bindet Scidea externe Experten ein: vor allem Branchenfachleute, die Ideen bewerten und als Entwicklungspaten zur Verfügung stehen. "In der Entwicklungsphase kommen dann unsere Inkubatoren ins Spiel: Dort kann man Büroräume, Labore und technische Infrastruktur nutzen, um einen Prototypen zu schaffen. Ganz wichtig: Denn ohne fertiges Produkt hat die Wirtschaft kein Interesse."
Es sei vor allem Überzeugungsarbeit, fasst Dr. Susanne Hübner zusammen. "Man muss Anreize für Wissenschaftler bieten. Zwar ist die Forschung an sich Anreiz genug, sonst wäre man ja nicht Forscher. Hier geht es darum, Zeitkontingente zu schaffen. Anerkennung für die Teilhabe an wirtschaftlicher Verwertung zu vermitteln. Und dazu beizutragen, andere Perspektiven einzunehmen und neue Leitbilder für die wissenschaftliche Arbeit zu entwickeln."
Kontakt
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Scidea - Innovative Gründungen aus der Wissenschaft
Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Neubert
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EXIST III