EXIST-Gründungskultur

Gründer- und Innovationscampus Jena – Weimar

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Mit dem Thema "Existenzgründung" sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Bauhaus-Universität Weimar bereits bestens vertraut. Schon im Jahr 2001 haben die Weimarer auf ihrem Campus mit Hilfe von EXIST die Gründerwerkstatt neudeli eingerichtet. Aus ihr sind seither 40 StartUps hervorgegangen. Und auch das Jenaer Ausbildungs- und Coaching-Netzwerk der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) hat in den letzten acht Jahren mehr als 70 Unternehmen betreut.

Gemeinsam stärker: Kooperation in Sachen "Existenzgründung"

Mit dem neuen EXIST-Projekt "Gründer- und Innovationscampus Jena – Weimar" schlagen die beiden Thüringer Hochschulen ein weiteres Kapitel ihrer Gründergeschichte auf. "Beide Hochschulen haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen", sagt Professor Matthias Maier, Leiter des EXIST-Projekts an der BU Weimar. "Mit dieser Kooperation wird das Angebotsspektrum im Bereich Existenzgründung für beide Hochschulen erweitert. Auf diese Weise können wir unsere Gründerinnen und Gründer noch besser betreuen." Zwar habe es auch vorher schon Verbundprojekte und Partnerschaften zwischen den verschiedenen Hochschulstandorten gegeben, so Professor Maier. Neu sei aber die verbindliche und insbesondere gründungsbezogene Zusammenarbeit.

Die unterschiedlichen Forschungsschwerpunkte und Studienangebote der beiden Universitäten sind dabei das Besondere der ungewöhnlichen Arbeitsgemeinschaft: Während an der Bauhaus-Universität Weimar die Studiengänge Medien und Gestaltung sowie Architektur und Bauingenieurwesen dominieren, steht die Friedrich-Schiller-Universität Jena für Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Salopp gesagt: Auf der einen Seite geballte Kreativität, auf der anderen Seite die kühle Ratio. Zwei Eigenschaften, die entscheidend für eine erfolgreiche Gründung sind.

Partnervermittlung: Idee sucht Know-how

Genau die richtige Mischung, meint Professor Koschmieder, Projektleiter der FSU Jena, um vielseitige und qualifizierte Gründerteams auf die Beine zu stellen: "Wir wollen Gründerinnen und Gründer mit unterschiedlichen Denkweisen und Know-how zusammenbringen. Denn die innovativen Geschäftsideen, die sich aus den Forschungsprojekten unserer Naturwissenschaftler, Informatiker oder Mediziner ergeben, lassen sich in interdisziplinären Gründerteams eher und schneller verwirklichen. Das Erfolgsrezept lautet daher: innovative Produktideen, plus marktgerechte Kreativität , plus betriebswirtschaftliches Know-how." Was liege also näher, als beide Seiten zusammenzubringen?

Know how-Transfer Jena – Weimar und zurück

"Es geht vorwärts", freuen sich die Initiatoren des EXIST-Projekts. "Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Professoren und die Leitungen der beiden Hochschulen dem ‚Gründer- und Innovationscampus’ sehr positiv gegenüber stehen und uns aktiv unterstützen". Und zwar vor allem dabei, dass beide Seiten durch ihre Informations- und Betreuungsangebote voneinander lernen. Ein Student der Betriebswirtschaft oder Naturwissenschaft etwa, der in Jena studiert und Rat in Sachen Werbung sucht, wird an einen Medienspezialisten aus Weimar vermittelt. Umgekehrt bringen wir die Kreativen aus Weimar, die Fragen zur Finanzierung haben, mit den Finanzwirtschaftlern aus Jena zusammen".

Darüber hinaus sind gemeinsame Workshops und weitere Veranstaltungen zu allen Aspekten einer Unternehmensgründung geplant.

Weg vom Kirchturmdenken

Um allen beteiligten Gründerinnen und Gründern schließlich den Weg aus der Universität heraus in den Markt zu ebnen, öffnen beide Campus-Partner ihre Beziehungs-Schatzkisten. Die guten Kontakte beider Partner zu Wirtschaftsunternehmen sollen allen Gründungsteams zugute kommen. "Wir wollen da alle weg vom Kirchturmdenken", sagt Thomas Wagner von der Gründerwerkstatt neudeli der Bauhaus Uni. "Beziehungen sind ja schon wichtig, wer weiß das nicht. Über unsere Gründungswerkstatt haben wir beispielsweise langjährige Verbindungen zur Microsoft Deutschland GmbH. Über die Initiative "Unternimm was" bietet Microsoft ausgewählten Weimarer Gründungsteams nicht nur Mentoring an, sondern spielt auch den Türöffner zu potenziellen Kunden.
Also: Microsoft vermittelt unsere Gründer an seine Kunden. Das ist eine tolle Akquisemöglichkeit. Und die wollen wir auch geeigneten Jenaer Gründerinnen und Gründer anbieten." Beide Hochschulen können zudem auf eine breite Unterstützung des Jenaer Gründernetzwerks mit Technologie- und Innovationspark und Bioinstrumentezentrum bauen. Der Jenaer Beutenberg ist bekannt für die enge Zusammenarbeit junger High-Tech Unternehmen mit den Hochschulen der Region.

Nicht ohne den anderen

Voraussetzung dafür, dass der Gründer- und Innovationscampus funktioniert, ist natürlich die einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschulen. Dass sich dabei die Euphorie der Anfangsphase einmal legen könnte, wissen die Initiatoren. Thomas Wagner: "Die Projektmitarbeiter kommen sehr gut miteinander klar. Aber wie sagte Schiller schon: ,Der Ring macht Ehen, und Ringe sind's, die Ketten machen’. Vielleicht entwickelt sich das beidseitige Verhältnis ja wie in einer guten Ehe: Man streitet sich um den besten Weg. Und dann lacht man wieder und weiß, dass man ohne den anderen nicht sein will."

Kontakt:

Bauhaus-Universität Weimar
Gründerwerkstatt neudeli
Martin Vetter
Helmholtzstr. 15
99425 Weimar
Tel.: 03643 58-3927
Fax: 03643 58-3921
vetter@neudeli.net (email)
www.neudeli.net (www)

Friedrich-Schiller Universität Jena
Büro für Forschungsförderung und Forschungstransfer
Kerstin Rötzler
Universitätshauptgebäude (UHG)
Fürstengraben 1
07743 Jena
Tel.: 03641 9310-70
kerstin.roetzler@zuv.uni-jena.de (email)
www.uni-jena.de (www)