EXIST-Gründungskultur

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Über 450 Gründungsprojekte wurden seit seit 1999 an der Technischen Universität und aus der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden betreut, 160 Gründungen hat es gegeben. Bis zu 1.000 Studierende besuchen pro Semester Veranstaltungen rund um das Thema "Selbständigkeit". Auffällig war allerdings, dass die Angebote von Dresden exists kaum von Wissenschaftlern aus den außeruniversitären Forschungseinrichtungen genutzt wurden, obwohl es in Dresden elf Fraunhofer-Institute, vier Leibniz-Institute und drei Max-Planck-Institute gibt.

Um dieses Potenzial besser zu nutzen, um mehr wissensintensive und technologieorientierte Unternehmensgründungen hervorzubringen, wurde ein Angebot, das genau auf die Bedürfnisse der Forschungseinrichtungen und deren Mitarbeiter zugeschnitten ist, geschaffen.

Für das Thema Unternehmensgründung sensibilisieren

Als besondere Herausforderung erweist sich für das Team von Dresden exists, dass sich die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungsinstitute mit dem Thema "Unternehmensgründung" noch nicht auseinandergesetzt haben. Gründe dafür: Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Forschung. Vor allem die Max-Planck- und die Leibniz-Institute betreiben vorwiegend Grundlagenforschung, bei der eine wirtschaftliche Verwertung nicht im Vordergrund steht.

Institutsleitungen für das Thema "Ergebnisverwertung" gewinnen

In einem ersten Schritt sollen daher zunächst die Institutsleitungen für das Thema "Wissens- und Technologietransfer durch Gründungen" und für eine Zusammenarbeit mit Dresden exists gewonnen werden. Dabei geht es darum, die Chancen für eine Verwertung von Forschungsergebnissen aufzuzeigen. Und die Wege, auf denen eine solche Verwertung stattfinden kann: z.B. durch Spin-offs oder auch Joint Ventures mit bestehenden Unternehmen.

So hat man nach ersten vorbereitenden und vertrauensbildenden Einzelgesprächen alle Institutsleiter und Direktoren der Forschungseinrichtungen an einen Tisch gebeten und eine Diskussion darüber angeregt, wie wichtig es für Forschungseinrichtungen ist, Forschungsergebnisse auch wirtschaftlich zu nutzen. Und zwar nicht nur, um damit einen Beitrag zur Entwicklung der Region Dresden zu leisten. Sondern auch gemäß dem Auftrag, zur Reputation sowie zur langfristigen Finanzierung von Forschungseinrichtungen.

Weiterbildung für Mitarbeiter

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es nun Intensivseminare zur Vermittlung unternehmerischer Kompetenzen: zur Patentverwertung, zum technologieorientierten Marketing oder zur Finanzierung einer Gründung. Und zu so genannten Soft-Skills, z.B. zu Präsentationstechniken: nicht nur für die Vorstellung von Forschungsergebnissen auf Konferenzen oder bei Partnern, sondern auch vor potenziellen Investoren.

Nach sechs Monaten Projektlaufzeit betreut Dresden exists mittlerweile 16 Projekte an Leibniz-, acht an Fraunhofer-Instituten sowie ein Projekt an einem Max-Planck-Institut. Davon stehen zwei Projekte kurz vor der Gründung: die Geschäftsidee BIOREM aus dem Institut für Radiochemie des Leibniz-Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, bei der es um neue bioaktive Filtermaterialien für die Aufbereitung metallbelasteter Wässer sowie zur Rohstoffrückgewinnung geht. Und das Projekt TFC (=Thick Film Components) vom Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme Dresden. TFC liefert ein Dickschichtpastensystem, das in der Leistungselektronik Anwendung findet: z.B. für Stromrichterträger zur Erzeugung von Wechselstrom in Bahnen, Windkraftanlagen und Kohlebaggern oder auch zur Entwärmung von LEDs.

Mitarbeiter als Schnittstelle im Institut

Erprobt wird darüber hinaus ein besonderes Modell der Zusammenarbeit mit einer Dresdner Forschungseinrichtung. Einer der Mitarbeiter des Dresden-exists-Teams ist als eine Art Schnittstelle zwischen Projekt und den Forschungsinstituten direkt an einer Leibniz-Einrichtung angestellt und für alle Leibniz-Institute zuständig. Er wird über EXIST III finanziert, ist aber über einen Kooperationsvertrag am Forschungszentrum angesiedelt.
Der Vorteil ist: Die Instituts-Mitarbeiter fassen zu einem Ansprechpartner vor Ort eher Vertrauen. Es ist für ihn auch leichter, Informationen zu erhalten, z.B. über Forschungskooperationen oder ungenutzte Patente. So können wir frühzeitig in die Projekte einsteigen und erkennen, welche Potenziale sie haben mit welchen Maßnahmen sie am besten genutzt werden können.

Vorrangiges Ziel aller Bemühungen ist, die Zahl der wissenschaftlichen Unternehmensgründungen zu erhöhen und damit nicht zuletzt dem Technologie-Standort Dresden positive Impulse zu vermitteln. Dazu gehöre eben vor allem auch, die rund 3.000 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forschungsinstitute zu halten. Viele von ihnen sind nur über Stipendien oder Zeitverträge dort beschäftigt und werden sich nach dem Verlassen der Forschungseinrichtung nicht am Standort niederlassen. Es sei denn, Dresden exists kann sie dafür gewinnen, ihre Forschungsergebnisse in der Region wirtschaftlich umzusetzen, indem sie Unternehmen gründen und Arbeitsplätze schaffen.

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Schefczyk
Technische Universität Dresden
Gründungsinitiative Dresden exists
01062 Dresden
Tel: 0351 463-35638
Fax: 0351 463-36810
projekt@dresden-exists.de (email)
www.dresden-exists.de (www)