EXIST-Gründungskultur

Campus Technologies Oberrhein (CTO)

  • Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
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  • Hochschule Furtwangen
  • evangelische Fachhochschule Freiburg
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Mit Patenten kennt man sich aus an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. „Wir haben schon 1989 die medizintechnische Transferstelle am Universitätsklinikum eingerichtet“, erinnert sich Prof. Bernhard Arnolds. Er ist hier an der Dreisam Leiter der Zentralstelle Forschungsförderung und Technologietransfer (ZFT). „Und 1990 haben wir von dort die ersten Patente angemeldet. Mit diesen Patenten sind wir auch zu großen Unternehmen gegangen. Die fanden unsere Ideen zwar furchtbar spannend. Aber nicht produktionsreif.“ In der Folgezeit habe es dann immer wieder Angebote aus der Industrie gegeben, Forschungsprojekte gegen Rechtsübertragung zu finanzieren. „Damit waren wir nie so ganz glücklich. In der Folgezeit ist dann, um Patente zu vermarkten, immer wieder mal dieses, mal jenes Unternehmen entstanden, mal mit Beteiligung des Universitätsklinikums, mal ohne. Fallweise eben, ohne System.“

Rund 90 Ausgründungen

Eine erste strategische Ausrichtung erhielten die Bemühungen schließlich mit der Geburtsstunde des Gründerverbundes Campus Technologies Oberrhein (CTO). Mit seiner Hilfe haben mittlerweile rund 90 Unternehmen ausgegründet. Dafür, dass es noch mehr werden, soll nun EXIST III sorgen. Kern der Freiburger EXIST-III-Konzeption ist, das unternehmerische Wissen der potenziellen Gründerinnen und Gründer zu verbessern. „Nach all unseren Erfahrungen liegen die Probleme bei Gründungen in erster Linie nämlich nicht, wie man immer denkt, beim Geld“, sagt Dr. Thomas Maier, einer der Projektmanager des Gründerbüros von CTO. „Es sind vielmehr Defizite im Management. Die Unerfahrenheit der Gründer: Was muss ich alles wissen? Wie starte ich ein Unternehmen? Wie führe ich ein Unternehmen? Wie treffe ich welche Entscheidung?“ Daher wollen die Freiburger EXIST-Akteure ihren Studierenden zunächst einmal unternehmerisch auf die Sprünge helfen. Thomas Maier: „Das wollen wir mit den Kursen und Workshops unseres Gründerkollegs erreichen.“

Basiskurs für alle Studierenden

Dazu gehört zunächst ein Basiskurs, der für alle Studierenden der beteiligten Hochschulen gedacht ist. Er vermittelt betriebswirtschaftliches Grundwissen und unternehmerisches Denken. Die involvierten Hochschulen sind neben der Universität Freiburg die Hochschulen Furtwangen und Offenburg und die Katholische und die Evangelische Fachhochschule Freiburg. Dieser Basiskurs, so Thomas Maier, soll hochschul-, fakultäts- und fächerübergreifend angeboten werden. Nach Möglichkeit soll er als Wahlpflichtfach in den verschiedenen Fakultäten eingeführt werden. Vorerst gilt: „Die Studierenden können Kurse an unserem Zentrum für Schlüsselqualifikationen belegen und damit Punkte erwerben, die sie für ihren Bachelor-Abschluss vorweisen können. Welche Kurse sie belegen, bleibt ihnen überlassen. Wir starten an der Uni allerdings erst einmal ‚auf kleiner Flamme’. Es gibt ja Fächer wie die Informatik oder auch die Biologie, aus denen viele Gründungen kommen. Und dort werden wir primär andocken.“

Aufbaukurs für Managementqualifikationen

Der Aufbaukurs richtet sich dann an Absolventinnen und Absolventen des Basiskurses und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Personen, die ein konkretes Gründungsvorhaben vorantreiben. Thomas Maier: „Hier geht es uns darum, die Qualifikation der Gründerinnen und Gründer, ihre Managementfähigkeiten aufzubauen.“ Ziel sei es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu vermitteln, wie sie ihre Geschäftsidee in einen fundierten Businessplan übersetzen.

Workshops zur Marktorientierung

Ergänzt werden sollen diese Angebote durch vertiefende Workshops. Entweder für die existierenden Gründungsteams, die an ihrem Businessplan arbeiten – sie sollen hier marktorientierte Verwertungsstrategien für ihre Ideen erarbeiten – , oder auch für Absolventen des Aufbaukurses, um hier im Austausch miteinander neue Geschäftsideen zu identifizieren.

Trainings-GmbH

In die Tat umsetzen sollen die Freiburger Gründungswilligen ihre theoretischen Erkenntnisse aus dem Gründerkolleg in einer Trainings-GmbH. „Stellen Sie sich vor,“ erläutert Bernhard Arnolds, „ein Wissenschaftler an der Universität hat die Idee für irgendeine Dienstleistung oder irgendein Produkt entwickelt. Da kommen womöglich schon während seiner Dissertation Unternehmen auf ihn zu und sagen: Mensch, das hätten wir gerne. Nun wollen aber Unternehmen nicht unbedingt einen Vertrag mit einer Uni-Arbeitsgruppe abschließen.“ Als separate Kostenstelle innerhalb der CTF GmbH sollen die Gründerinnen und Gründer daher ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen professionell vermarkten und verkaufen. Somit können sie ihre Geschäftsidee am Markt testen, ohne dabei eine eigene Firma gründen zu müssen.

Darüber hinaus werden Gründerinnen und Gründer in der Trainings GmbH angeleitet und gecoacht: sei es bei grundlegenden betriebswirtschaftlichen Erfordernissen oder auch nur bei der Erstellung einer Rechnung. „All das verschafft den Gründern, die hier rechtlich als freie Mitarbeiter beschäftigt sind, genügend Zeit, um sich voll und ganz auf ihre ersten Aufträge zu konzentrieren.“ Erst wenn eine Geschäftsidee erkennbar funktioniere, ergänzt Bernhard Arnolds, werde ein eigenes Unternehmen gegründet, an dem sich die Universität durch die Campus Technologies Freiburg GmbH wenn möglich beteilige.

Gründungs-Netzwerk

Sich an der Verwertung von Innovationen aus der hauseigenen Forschung zu beteiligen, ist dabei ein zentraler Baustein des Hochschul-Gründungs-Netzwerks: „In unserem Gründerkolleg und erst recht bei der Trainings GmbH arbeiten wir mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen“, sagt Thomas Maier. „Und damit meine ich nicht nur Steuerberater, die bei uns einen Vortrag zum Steuerrecht halten, sondern auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die hier aus der täglichen Praxis berichten. Aber auch ehemalige Ausgründer, die uns ihre Erfahrungen weitergeben. Und nicht zuletzt Unternehmen, die als potenzielle Kunden in Frage kommen könnten.“ Unter dem Strich, fasst Bernhard Arnolds zusammen, solle das Freiburger EXIST-Konzept für eine Art Wertschöpfungskette sorgen. „Von der Qualifizierung der Studierenden über die Patentverwertung durch Ausgründungen und deren Testlauf bis hin zum Kapitalrückfluss durch die Beteiligung der Universität an Gründungsvorhaben. Eines baut auf dem anderen auf. Und nur so wird dann auch ein Schuh draus.“

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Zentralstelle Forschungsförderung und Technologietransfer
Prof. Dr. Bernhard J. Arnolds
Stefan-Meier-Straße 8
Tel.: 0761 203-5210
Fax: 0761 203-4992
bernhard.arnolds@zft.uni-freiburg.de
www.zft.uni-freiburg.de (www)
www.cto.uni-freiburg.de (www)