EXIST-Gründungskultur

ECM - Entrepreneurship Cluster Mittelhessen

  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Philipps-Universität Marburg
  • Fachhochschule Gießen-Friedberg

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Die Justus-Liebig-Universität Gießen, die Philipps-Universität Marburg und die Fachhochschule Gießen-Friedberg wollen Studierende, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, ihre innovativen Ideen durch die Gründung von Unternehmen umzusetzen. Die Gründungsförderung richtet sich dabei insbesondere an Studierende, Absolventen und wissenschaftliche Mitarbeiter technologie- und wissensbasierter Disziplinen wie Biologie, Chemie, Pharmazie, Physik, Medizin(-technik), Agrar- und Umwelt- oder Ernährungswissenschaften. Aber auch die Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik sowie Informationstechnik hat das ECM auf seinem Radar. Unterstützung in betriebswirtschaftlichen Fragen sollen Gründungsinteressierte von Studierenden, Absolventen und wissenschaftlichen Mitarbeitern des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften erhalten.

Innovatives Mittelhessen
„Übrigens haben Innovationen und Gründergeist hier in Mittelhessen Tradition“, so Dr. Gert Schorradt, Managing Director des ECM. „Denken Sie an die Impfstoffe der Behringwerke gegen Diphtherie und Tetanus oder an die berühmte Leica-Photokamera.Und auch die Namen bekannter Wissenschaftler wie des Chemikers Justus Liebig und des Physikers Conrad Röntgen sind untrennbar mit Mittelhessen verknüpft.“

Neben derlei Startvorteilen sehen die ECM-Protagonisten aber auch die Handicaps, die die wirtschaftliche Entwicklung der Region behindern. Dr. Gert Schorradt: „Da ist zunächst die Abwanderung von Hochschulabsolventen und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Diesen so genannten Brain Drain in andere Ballungsgebiete, z.B. in die Rhein-Main-Region, müssen wir stoppen.Wir wollen dafür sorgen, dass die Absolventinnen und Absolventen in der Region bleiben und sich hier selbständig machen. Eine weitere Herausforderung liegt in der notwendigen überregionalen Zusammenarbeit der Standorte. Hier ist das EXIST-III-Projekt ein wichtiges Referenzprojekt für die Region Mittelhessen.“

Gründungsforschung
Diesem gemeinsamen Vorgehen bei der Gründungsförderung eine klare Richtung vorzugeben, ist u.a. Aufgabe der begleitenden Gründungsforschung. Hierbei kommt der interdisziplinären Forschungseinheit Evidence-Based Management und Entrepreneurship (EBME), einer internationalen Forschungszusammenarbeit von Wirtschaftswissenschaftlern, Psychologen, Politologen und Wirtschaftsgeographen an der Universität Gießen besondere Bedeutung zu. Erfolgreiche Unternehmensgründungen werden systematisch ausgewertet und nutzbar gemacht: dazu gehören beispielsweise die Erfolgsfaktoren für das Wachstum und die Internationalisierung junger Technologieunternehmen oder die Persönlichkeitscharakteristika von Gründerinnen und Gründern.

Sensibilisieren, qualifizieren, betreuen
Die wissenschaftlichen Erfahrungen für die Gründungsförderung nutzbar zumachen, ist nicht zuletzt Aufgabe des Gründungsinkubators an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er ist das Herz aller ECM-Maßnahmen: Hier werden (fast) alle Projektaktivitäten der beteiligten Hochschulen konzipiert und koordiniert.

Dazu zählt zunächst die Sensibilisierung aller Studierenden und Hochschulangehörigen für das Thema Unternehmertum. „Wir werden an allen Hochschulstandorten fächerübergreifende Sensibilisierungsveranstaltungen durchführen“, präzisiert Dr. Gert Schorradt. Was übrigens nicht bedeute, dass man damit alle Studierenden wirklich erreiche oder alle Interessenten später unbedingt ein eigenes Unternehmen gründen müssten. „Von unternehmerisch denkenden Absolventinnen und Absolventen haben wir in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch viel zu wenige. Darum wollen wir Eigeninitiative und Unternehmertum bei Studierenden stärker ins Bewusstsein rufen.“

Derlei Fertigkeiten dann herauszubilden und zu vertiefen, ist Aufgabe des ECM-Bausteins Qualifizierung. In fächerübergreifender Zusammenarbeit soll notwendiges Gründungswissen vermittelt werden: zum Beispiel durch Seminare, Workshops oder Exkursionen zu erfolgreich gegründeten Unternehmen aus dem ECM-Netzwerk. Unterstützt wird das Lehrangebot durch internetgestützte Lernangebote, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ECM-Inkubators erarbeiten.

Starthilfe durch Gründungsinkubator
Wer tatsächlich mit dem Gedanken spielt, sich beruflich selbständig zumachen, kann sich für eine persönliche Qualifizierung mit seiner Gründungsidee an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gründungsinkubators wenden. Diese erwarten zunächst eine schriftliche Kurzfassung des Vorhabens und laden dann zu einem Gespräch. Dr. Gert Schorradt: „Hier stellen wir fest, wie weit die Gründerinnen und Gründer mit ihren Ideen sind, und versuchen dann herauszufinden, ob diese Ideen Erfolgsaussichten haben oder eher nicht. Wir sehen uns dabei nicht als Juroren, die mit dem Daumen nach oben oder nach unten zeigen, sondern als Coaches, die den Gesprächspartnern dabei helfen, für sich den rechten Weg zu finden.“ Ein Weg, der im Idealfall mit einem Antrag auf ein EXIST-Gründerstipendium und einem fertigen ersten Businessplan endet.

Unterstützung durch Promotoren
Diejenigen Gründerinnen und Gründer, die ihren Weg zur Selbständigkeit weiter verfolgen, können darüber hinaus in Mittelhessen auf eine nachhaltige Betreuung bauen: bei der Vervollkommnung des Businessplans, der eigentlichen Gründung und den ersten Schritten als Jungunternehmer. Als Betreuer stehen vor allem die Partner des Entrepreneurship Cluster Mittelhessen zur Verfügung. Außerdem setzt man Große Hoffnungen in die Unterstützung durch das ECM-Netzwerk. „Das Netzwerk rekrutiert sich aus hochschulexternen Personen und Institutionen der Region, beispielsweise Steuerberatern, Unternehmern oder regionalen Kreditinstituten, die sich im Rahmen des Projekts freiwillig engagieren. Aus den Hochschulen selbst kommen die Akteure aus allen Fachbereichen und Instituten. Dabei zählen wir auf diejenigen, die im Vorfeld des Projekts ihr Interesse bekundet und ihre Mitarbeit zugesagt hatten. Und die, so hoffen wir, nach wie vor der Meinung sind: 'Das ist eine gute Idee, wir machen mit!'"

Kontakt

Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Rüdiger Kabst
BWL VIII
Licher Straße 66
35394 Gießen
Tel. 0641 9922101
E-Mail: Ruediger.kabst@wirtschaft.uni-giessen.de
Internet: http://wiwi.uni-giessen.de (www)