Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Fachhochschule Flensburg
Fachhochschule Kiel
Muthesius Kunsthochschule
Universität Flensburg

Kurs halten und an wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkten in Schleswig-Holstein ansetzen: Das hat sich L@INC auf seine im Meereswind flatternden Fahnen geschrieben, um auf diesem Weg neue und nachhaltige Ansätze für ein gründungsfreundliches Umfeld zu schaffen.
Soweit wie der Horizont mutet das Arbeitsfeld an, das sich das nördlichste EXIST-III-Projekt abgesteckt hat: Ozean, Wind, Biomasse. Die EXIST-III-Nordlichter wollen dafür die erprobte Zusammenarbeit der Hochschulen in Schleswig-Holstein in einzelnen wissenschaftlichen Kompetenzfeldern weiter ausbauen.
Beispielsweise im Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, ein in Deutschland einmaliger Forschungsverbund von 140Wissenschaftlern aus sechs Fakultäten und vier Forschungseinrichtungen in den Meeres- und Geowissenschaften.
Seine Aufgabe ist es, den Ozean- und Klimawandel zu erforschen, dessen Chancen und Risiken zu bewerten und ein nachhaltiges Management der Ozeane und seiner Ressourcen zu ermöglichen. Gemeinsame Projekte gibt es zudem im „Center of Excellence CE-Wind“, das sich mit dem Thema Windenergieanlagen, Windenergieparks und der dazugehörigen Infrastruktur“ beschäftigt und hier für einen intensiven Dialog von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sorgt. Zu dem bereits bestehenden Arbeitsvorhaben zählt schließlich auch das Kompetenzzentrum „Biomassenutzung“, das Unternehmen und Gründungsvorhaben in Schleswig-Holstein in die Lage versetzen will, Rohstoffe und Produkte aus Biomasse zu entwickeln bzw. zu nutzen.
Netzwerk-Know-how bündeln
Das vorhandene Netzwerk-Know-how soll gebündelt und für mehr Neu- und Ausgründungen an den fünf Hochschulen in Schleswig-Holstein genutzt werden. „Dieses strategische Ziel steckt auch in unserem Projektnamen L@INC, ausgesprochen ‚lät inc‘“, erklärt Projektleiter Dr. Heino Steentoft. „Wir schaffen einen Link zwischen den Individuen, also den Gründerinnen und Gründern, dem gründungsrelevanten Netzwerk und dem Campus, also den einzelnen Partnerhochschulen.“ Diese sind die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Fachhochschule Flensburg, die Fachhochschule Kiel, die Universität Flensburg sowie die Muthesius Kunsthochschule Kiel. „Endlich können wir das Potenzial an Ausgründungen aus diesen Hochschulen ausschöpfen. In der Vergangenheit waren die personellen Ressourcen für die Sensibilisierung, Motivation und die Begleitung potenzieller Gründerinnen und Gründer sehr stark begrenzt. Immerhin haben wir es mit einer Zielgruppe von insgesamt rund 35.000 Studierenden und ca. 2.500wissenschaftlichen Angestellten, Lehrbeauftragten und Professorinnen und Professoren zu tun.“
Mit EXIST III Potenzial ausschöpfen
Die EXIST-Förderung eröffnet jetzt die Chance, innerhalb eines begrenzten Zeitraumes sehr vielmehr Gründungsinteressierte zu erreichen. Dies soll vor allem in Forschungsprojekten geschehen, in denen Gründungen besonders erfolgsträchtig erscheinen. So wird man sich in den nächsten drei Jahren zwischen Nord- und Ostsee dem Aufbau der Inkubatoren „Meer und Klima“, „Regenerative Energien/Nachwachsende Rohstoffe“ sowie „Life Sciences“ widmen. Sie sollen Ausgründungen in einer frühen Phase fördern. Außerdem soll L@INC Geschäftsideen aus den genannten Kompetenzfeldern und der Muthesius Kunsthochschule Kiel – zum Beispiel im Bereich Kommunikations- und Industriedesign – miteinander verbinden. „Die beteiligten Hochschulen werden Verstärkt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ansprechen, denen die Grundlagenforschung bislang noch L@INC – Förderung von Aus- und Neugründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in den Regionen Kiel und Flensburg nähersteht als die Märkte“, antwortet Prof. Erhard Pfeil
auf die Frage nach dem genauen Prozedere. Er ist Geschäftsführer der Patentverwertungsagentur für die wissenschaftlichen Einrichtungen in Schleswig-Holstein, der PVA SH GmbH. „Zu diesem Zweck gehen die Patent-
Scouts der PVA SH GmbH auf die Suche nach für eine Gründung geeigneten Entwicklungen. Mit Gründerinnen und Gründern klären wir dann auch, wie sie Patente der Hochschulen nutzen können: zum Beispiel in Form
einer befristeten Beteiligung unsererseits an der Gründung zu akzeptablen Konditionen. Gründungsideen und Ideenträgerwerden dann von L@INC weiter betreut.“
Ideenschmiede, Weiterbildung, Intensivtraining
Im Rahmen dieser Betreuung hilft L@INC zunächst in einer so genannten Ideenschmiede dabei, die Verwertungspotenziale der Entwicklungen zu beurteilen. Dabei werden Gründerinnen und Gründer von ausgewählten Professoren und auch mindestens einem künftigen Geschäftspartner (z. B. einem Zulieferer) unterstützt.
Weiterhin steht eine gestufte Weiterbildung auf dem Programm: für „Newcomer“, „Starter“ und „Professionals“. Angesprochenwerden gleichermaßen Studierende, Wissenschaftler, Professoren und Alumni, die entweder in das Thema „Selbständigkeit“ hineinschnuppern wollen, eine Idee verfolgen oder bereits an ihrem Businessplan arbeiten. Das Bildungsangebot vermittelt das erforderliche Gründungs-Know-how und widmet sich auch der Entwicklung einer – stressresistenten, flexiblen und zielorientierten – Gründerpersönlichkeit. Gründerinnen und Gründer mit einer konkreten Gründungsidee werden schon während des Studiums im Rahmen von Lehrveranstaltungen an beiden Hochschulstandorten bei ihrem Unternehmensaufbau individuell betreut. Ein Coaching für den Unternehmensstart rundet das L@INC-Angebot ab. Die Coaches – beispielsweise Studierende oder Alumni – erhalten dafür in eigenen Lehrveranstaltungen das betriebswirtschaftliche und psychologische Rüstzeug. Ihre erste Wirkungsstätte finden Gründerinnen und Gründer schließlich in den im Aufbau befindlichen Inkubatoren, wo sie sich auf den „Sprung ins kalte Wasser des Marktes“ vorbereiten können.
Kompetenzen weitergeben
In Weiterbildung, Gründungsförderung und Coaching eingebunden sind Fachleute aus den Wirtschaftsfördereinrichtungen, Technologiezentren sowie Hochschulabsolventen und Unternehmer, die ihre Kompetenzen und
Praxiserfahrungen weitergeben sollen: auch im Rahmen der bewährten „Entrepreneurs Summer School“, einem Intensivtraining für „Professionals“, das bereits einige sehr erfolgreiche Gründungen unterstützen konnte.
Beispielsweise die von Dr. Helga Andree mit ihrer Firma TENIRS GmbH. Diese bietet ein neuartiges Messverfahren an, mit dem sich unter anderem organische Stoffe in Biogasanlagen genau bestimmen lassen. Eine Gründungsidee, aus der Forschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entstanden, von der PVA SH GmbH entdeckt und angeschoben und durch die Summer School schließlich auf den Weg gebracht. Eine Gründung übrigens, die beim von den Hochschulen initiierten Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein 2004 ausgezeichnet wurde.
Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Dr. Heino Steentoft
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel
Tel.: 0431 880-1722
E-Mail: hsteentoft@uv.uni-kiel.de
Internet: www.uni-kiel.de (www)


EXIST III