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„Uns fehlt vor allem der wissenschaftliche Mittelbau, der an Universitäten eine wichtige Ressource für Gründungen ist“, sagt Raimond Filges, Leiter der Transferstelle der FH Dortmund und Projektkoordinator der Gründungsinitiative westfälischer Fachhochschulen. Natürlich gebe es auch an den Fachhochschulen Gründerinnen und Gründer unter den wissenschaftlichen Mitarbeitern. Aber eben nur vereinzelt. Gründungen gibt es hier in erster Linie von Studierenden. Deren Vorhabensideen resultieren dabei weniger aus Forschungsergebnissen. Sie sind vielmehr eher praxisorientiert. Immerhin verfügen die Gründerinnen und Gründer häufig schon über eine abgeschlossene Berufsausbildung und Praxiserfahrung. „Daher die ausgeprägte Praxisorientierung der Geschäftsideen“, so Raimond Filges. „Und unternehmerische Kompetenzen sind oft auch schon erkennbar.“ „Ziel der Gründungsinitiative westfälischer Hochschulen sei es“, erläutert Frau Prof. Dr. Ute von Lojewski, Prorektorin und zukünftige Präsidentin der Fachhochschule Münster, „gemeinsam mit den regionalen Beratungseinrichtungen mehr und vor allem nachhaltige Gründungsvorhaben aus den Fachhochschulen heraus auf den Weg zu bringen.
Hier spielen für uns übrigens die Alumni eine wichtige Rolle. Sie sind nämlich oft nach einigen Jahren in einem abhängigen Arbeitsverhältnis besonders motiviert, in die Selbständigkeit zu gehen.“ Über die Quantität der Gründungen hinaus soll es im EXIST-III-Projekt aber auch um deren Qualität gehen. Aira Schöttelndreier von der Transferstelle der Fachhochschule Dortmund: „Die beteiligten Fachhochschulen arbeiten im Kontext Existenzgründungen ja schon länger zusammen. Dabei werden sie übrigens durch ihre regionalen Netzwerke unterstützt. So entstand schließlich der Gedanke, sich besser zu vernetzen, Kräfte zu bündeln und Synergieeffekte zu nutzen – und dafür ein Konzept zu entwickeln.“
Beratung und Begleitung
Dieses Konzept sieht zunächst die Beratung und Begleitung von Gründungsinteressierten vor. Zu diesem Zweck werden an den Fachhochschulen in Münster und Bielefeld Stellen für Gründungscoachs eingerichtet. An diese können sich gründungsinteressierte Studierende, Absolventen oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wenden, wenn sie Unterstützung bei der Weiterentwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsidee suchen. Hier erhalten sie Antworten auf Fragen wie: Was gehört in einen Businessplan? Wie kann ich meine Idee schützen? Die Gründungscoachs runden das bereits existierende Beratungs- und Begleitungsangebot ab. Dazu gehören beispielsweise die Gründerlotsin der Fachhochschule Dortmund und die Aktivitäten des BIfU – Bielefelder Instituts für Unternehmensgründung. „Wir versuchen hier, den Studierenden schon frühzeitig aufzuzeigen, dass die Unternehmensgründung eine interessante berufliche Alternative sein kann“, sagt dessen Leiter Prof. Dr. Thomas Plümer. "Leider hatten wir bislang keine Möglichkeit, Gründerinnen oder Gründer intensiv bei ihrem Vorhaben zu begleiten. Dies wird sich mit unserem gemeinsamen Projekt aber nun bald ändern."
Gründungskampagnen
Dafür, dass die Studierenden und Wissenschaftler erfahren, welche Möglichkeiten existieren, wird eine Gründungskampagne sorgen. So werden beispielsweise geschulte studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Beratungsangebot während des Lehrbetriebs in Vorlesungen oder Seminaren in Kurzvorträgen vorstellen. „Wir wissen aus Studien, dass viele Studierende sich zwar Gründungsberatung aus der Hochschule wünschen, ihnen die vorhandenen Angebote der Hochschulen aber weitgehend nicht bekannt sind“, so Raimond Filges. "Ein wichtiges Ziel ist dabei auch, Studierende für die Karriereoption ,berufliche Selbständigkeit‘ zu sensibilisieren."
Qualifizierungsmaßnahmen
Allerdings will man sich in der Gründungsinitiative westfälischer Fachhochschulen nicht allein mit der Beratung begnügen. Raimond Filges: „Wir werden unseren Studierenden auch das Rüstzeug für eine erfolgreiche Gründung mit auf den Weg geben. Sie sollen beispielsweise lernen, wie man einen Businessplan schreibt oder welches die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Gründung sind. Dieses Gründungs-Know-how wird während ein- bis zweiwöchiger Spring oder Summer Schools intensiv vermittelt.“
Alumni in die Selbständigkeit
Um die Alumni als neue Gründer-Zielgruppe mit ins Boot zu holen, wollen die Westfalen mit einem speziellen Informationsangebot direkt auf sie zugehen. Dabei kommt erfolgreichen Unternehmensgründerinnen und -gründern aus dem Kreis der Absolventen eine besondere Bedeutung zu. Sie sollen als Vorbilder die Aktivitäten des geplanten Alumni-Netzwerkes unterstützen, indem sie als Referenten oder Mentoren aktiv werden.
„Wir sind in Dortmund, Bielefeld und Münster von unserem Projekt-Konzept überzeugt“, fasst Raimond Filges zusammen. „So bündeln wir nicht nur die unterschiedliche Expertise an den jeweiligen Standorten, sondern wir erschließen zudem mit den verschiedenen Maßnahmen jeweils andere und neue Zielgruppen“, fügt Filges an. Dies bedeute, dass der breite Maßnahmen-Fächer ein weites Feld potenzieller Gründerinnen und Gründer abdecke.
Kontakt:
Fachhochschule Dortmund
Dipl.-Geogr. Raimond Filges
Sonnenstraße 100
44139 Dortmund
Tel.: 0231 9112-268
Fax: 0231 9112-342
E-Mail: raimond.filges@fh-dortmund.de
Internet: www.fh-dortmund.de (www)


EXIST III