1998 EXIST-Ideenwettbewerb (EXIST I)
Bewerben konnten sich Hochschulen, die mit mindestens drei Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kooperieren. In diesen regionalen Netzwerken sollten die Voraussetzungen für die Motivierung, Ausbildung und Unterstützung von unternehmerischen Persönlichkeiten geschaffen und ein abgestimmtes Angebot für Studierende, Mitarbeiter und Absolventen entwickelt werden. Eine Jury wählte dazu unter 200 Bewerbern fünf Modell-Regionen aus.
2000 EXIST-SEED
Das Förderprogramm „EXIST-SEED“ tritt in Kraft. Studierende, Absolventen und Wissenschaftler der Hochschulen der 5 EXIST-Modellregionen können mit EXIST-SEED für maximal ein Jahr ihren Lebensunterhalt sichern und erhalten einen Pauschalbetrag für Coaching und Gründungsvorbereitung, um an der Hochschule eine Geschäftsidee zu einem Businessplan zu entwickeln. 2005 wurde EXIST SEED auf die Hochschulen des gesamten Bundesgebietes ausgeweitet.
2002 EXIST-Transfer (EXIST II)
Zehn weitere Netzwerke in der deutschen Hochschullandschaft wurden von einer Jury ausgewählt.
2002 EXIST-Partner
Weitere Regionen können sich in den EXIST-Prozess einbringen und partizipieren, wenn sie die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. Bis 2006 gab es 20 EXIST-Partnerregionen.
2006 EXIST III
Das Förderprogramm des BMWi „EXIST III - Förderung der unternehmerischen Selbstständigkeit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ tritt in Kraft. EXIST III will Lücken im Qualifizierungs- und Unterstützungsangebot schließen. Neben Hochschulen werden nun auch außeruniversitäre öffentliche Forschungseinrichtungen gefördert. EXIST III konzentriert sich auf klar definierte und abgegrenzte Projekte, die gemeinsam mit Partnern durchgeführt werden.
Ergebnisse und Erfahrungen
Die 15 EXIST-Regionen konnten bei der Umsetzung ihrer Netzwerkkonzepte eine Fülle von Erfahrungen sammeln. Sie zeigen nicht nur, welche Maßnahmen besonders dazu geeignet sind, das Gründungsklima an Hochschulen zu verbessern, sondern auch wie regionale Netzwerke beschaffen sein müssen, um Ausgründungen zu stimulieren und am Leben zu halten.
Beispiele:
Die Maßnahmen sollten in erster Linie von den Hochschulen getragen werden, allerdings weder allein durch einzelne Professoren noch unter Umgehung der Professorenschaft.
In Puncto Wissensvermittlung haben sich Veranstaltungen für Studierende bewährt, die durch das reguläre Lehrpersonal angeboten werden und unternehmerische Persönlichkeiten miteinbeziehen.
Von großer Bedeutung ist ein sehr intensives Marketing durch die EXIST-Initiativen, um Studierende für das Gründungsthema zu sensibilisieren und Interesse für eine entsprechende Qualifizierung zu wecken.
Die Einbindung einer hochschulexternen (Beratungs-) Institution, die neben der Verwaltung der Maßnahmen auch Aufgaben der Netzwerkentwicklung außerhalb der Hochschulen übernimmt, erhöht die Flexibilität und Arbeitsfähigkeit des Netzes.
Noch nicht eindeutig geklärt ist die Frage, ob und wie die Lehrangebote in den Studienordnungen verankert werden oder sogar prüfungsrelevant sein können.
Eine hohe Komplementarität in den Leistungen der Netzwerkpartner erhöht die Vielfalt an Angeboten zur Sensibilisierung und Unterstützung potenzieller Gründer aus Hochschulen innerhalb einer EXIST-Initiative. Unproduktive Konkurrenz kann dadurch vermieden werden, nicht nur im Verhältnis der Netzwerkpartner untereinander, sondern auch zwischen den Netzwerkpartnern und der Projektkoordinierungsstelle selbst.
Es war und ist ein ausdrückliches Ziel des EXIST-Programms, innerhalb der im Netzwerk beteiligten Hochschulen Bedingungen zu schaffen, die auch bei Auslaufen der Förderung eine dauerhafte Fortführung der gründungsrelevanten Aktivitäten in selbsttragenden Strukturen sichern. Deshalb haben sich die beteiligten Hochschulen verpflichtet, das Gründungsthema aus eigener Kraft fest in ihrem Leistungsangebot zu verankern. Dazu gehören nicht nur Änderungen im Lehrangebot und die Berücksichtigung der Lehrveranstaltungen zur Qualifizierung von Gründerpersönlichkeiten in den Studien- und Prüfungsordnungen, sondern auch deutliche Budgetverlagerungen in den Hochschulhaushalten.
Für die Zukunft gilt, weitere Regionen, deren Gründungsgeschehen noch am Anfang steht, zur Nachahmung anzuregen und den Transfer von Ergebnissen und Erfahrungen aus den EXIST-Regionen zu forcieren.


EXIST 1998-2006