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Wie sich Patente durch Unternehmensgründungen nutzen lassen, danach sucht die Patent Offensive Westfalen Ruhr. "Wir haben in der Vergangenheit an unseren Hochschulen 99 Prozent aller Maßnahmen zum Beispiel in den Verkauf oder die Lizensierung unserer Schutzrechte investiert", sagt Michael Asche von der Transferstelle der Universität Dortmund. "Im Rahmen von EXIST III verfolgen wir nun einen zusätzlichen Verwertungsweg: Und der heißt Gründung". Wir: Das sind die Universitäten in Bielefeld, Dortmund, Münster und Paderborn, die sich im Rahmen von EXIST III zur Patent Offensive Westfalen Ruhr - POWer zusammengeschlossen haben.
Obwohl Hochschulen ein hohes Interesse an der Nutzung von Patenten hätten, kämen Gründungen in der Praxis viel zu wenig vor, so Michael Asche. Das will das Hochschulen-Netzwerk der Patent Offensive Westfalen Ruhr nun ändern: durch ein Bündel von Maßnahmen. "Dazu steuert jede Universität bei, was sie am besten kann. Die Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen der Paderborner sind vorbildlich. Die machen das schon sehr lange. Münster ist bärenstark im Ideen-Mining. Das gleiche gilt für das Profit-Center in Bielefeld. Und wir in Dortmund haben besonders gute Kontakte zur regionalen Wirtschaft, um ungenutzte Patente zu identifizieren und ihnen Leben einzuhauchen. Alle Beteiligten sollen dabei von den Best-Practice-Angeboten der Netzwerk-Partner profitieren."
Sensibilisierung und Qualifizierung
So will POWeR den immer noch defizitären Informationsstand der Studierenden und Wissenschaftler zum Thema "Existenzgründung" verbessern. Michael Asche: "Wir wollen dabei die Löcher schmaler, aber dafür tiefer bohren. Das heißt: Wir wollen ganz bestimmte Wissenschaftlergruppen sensibilisieren und unterstützen fachliche Cluster, bei denen wir hochschulübergreifende Arbeitsansätze auch in Richtung Wirtschaft sehen: beispielsweise in der Informationstechnologie, der Mikrosystemtechnik, dem Zukunftsthema Logistik oder der Medizin- und Biotechnologie".
Verwaltungsworkshop
Beim Thema "Qualifizierung" denkt man hier nicht zuletzt auch an die Hochschulverwaltungen. Sie sollen, um Gründerinnen und Gründern helfen zu können, dazulernen, wünscht Michael Asche: "Was genau schreibt das Arbeitnehmererfindungsgesetz vor? Wie können Gründer Patente, die im Besitz der Hochschule sind, unternehmerisch nutzen: durch besondere Nutzungsrechte, Lizenzen oder Kauf? Für uns muss dieses Wissen ein Stück Normalität werden".
Ideen für Gründungen
Ideen-Minings sollen erfolgversprechende Gründungsideen zutage fördern. "Ein solches Ideen-Mining dauert in der Regel einen ganzen Tag", erklärt Michael Asche. "Dafür treffen sich interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Gruppen von Studenten, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, diskutieren Gründungsideen und verfeinern und veredeln sie. Bei einem Thema wie etwa "Produktionslogistik" sitzen nicht nur Maschinenbauer mit am Tisch, sondern auch Menschen mit einer ganz anderen 'Denke': Geisteswissenschaftler, Leute aus der Kunst, der Soziologie oder aus den Sprach- und Kulturwissenschaften. Solche Runden sind hochspannend, sehr kreativ und sehr ergebnisförderlich."
Profit-Center
Durch die Profit-Center bietet das Netzwerk Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen sicheren Rechtsform-Rahmen, in dem sie ihre Unternehmen gründen können. Jede einzelne Gründung wird dabei behandelt wie eine neue Abteilung oder das Profit-Center eines Unternehmens. Michael Asche: "Man hat also eine rechtliche Absicherung mit allem Drum und Dran: mit einer Wirtschaftsberatung, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und einer ordnungsgemäßen Bilanz. Und da wir wissen, wie wenig kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Know-how Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen oft mitbringen, ist das für sie in der Startphase eine wichtige Entlastung".
Patente der regionalen Wirtschaft
Das Teilprojekt "Patente der regionalen Wirtschaft" hat sich vorgenommen, verborgene Schätze zu heben. So will man angemeldete und ungenutzte Patente von Un-ternehmen im Dunstkreis des Netzwerks ausfindig machen und – wenn möglich – wirtschaftlich verwerten. Bei der Schatzsuche helfen die Kammern und Wirtschaftsförderer vor Ort. Alles Weitere ist dann eine Frage von sensiblen Verhandlungen und systematischer Planung. Michael Asche: „Wir müssen uns natürlich mit den Leuten an einen Tisch setzen. Herausfinden, was sie mit ihren Schutzrechten vorhaben. Dann diese Schutzrechte auf ihre Erfolgschance bewerten. Wir müssen auch genau ausloten, ob es ein fachliches Pendant an unseren Hochschulen gibt, eine gemeinsame Schnittfläche schaffen. Und schließlich einen Verwertungsweg finden, z.B. eine Unternehmensgründung durch einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, vielleicht im Tandem mit einem Lehrstuhl.“
Handlungsleitfaden
Ein Handlungsleitfaden bündelt zu guter Letzt: alle Projektergebnisse. Die hier enthaltenen Best-Practice-Beispiele werden interessierten Hochschulen über die POWeR-Schriftenreihe zur Verfügung gestellt.
Die neue Rolle der Hochschulen
„Natürlich die gute Zusammenarbeit der vier westfälischen Universitäten“: Das sei, so Michael Asche, das Besondere am Ansatz der Patent Offensive Westfalen Ruhr. Aber auch die neue Rolle der Hochschulen. „Letztendlich geht es um ein neues Verständnis, eine neue Kultur der Hochschulen: aktiv dazu beizutragen, eigene Schutzrechte in erfolgreiche Gründungen einzubringen. Das muss zum normalen Bestandteil unseres Leitbildes werden“.
Kontakt
Universität Dortmund
Transferstelle
Michael Asche
Baroper Straße 283
44227 Dortmund
Tel.: 0231 755-2425
Fax: 0231 755-2327
asche@verwaltung.uni-dortmund.de (email)
www.power.uni-dortmund.de (www)


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