Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg (HFF)

Obwohl in Sachen Existenzgründung in den letzten Jahren sehr viel passiert ist, verdrängen Kreative nicht selten, dass sie nach dem Examen ihren Lebensunterhalt meist als Freiberufler bzw. Unternehmer verdienen werden. Die HFF in Potsdam-Babelsberg hat daher als eine der ersten Kunsthochschulen eine EXIST-Förderung erhalten, um ihren Studierenden das „Unternehmerleben“ ins Bewusstsein zu rücken.
Selbständig in den Medien
„Film ist ja eher projektorientiert“, erläutert Klaus-Dieter Müller, der an der HFF in Potsdam-Babelsberg als Honorar-Professor für Berufsforschung und Gründungslehre zuständig ist. „Ich werde zum Beispiel als Schauspieler oder Regisseur häufig im freien Engagement beschäftigt. Wie muss ich mich darauf vorbereiten?“ Antworten gibt im Rahmen von MEDIA EXIST das GründerInnencenter Medien, das Lehrveranstaltungen und Coachings anbietet. Dazu gehört auch eine regelmäßige Ringvorlesung. „Wir holen Experten aus anderen Hochschulen und der Medienwirtschaft zu allen Fragen der Selbständigkeit ins Haus. Diese Zusammenarbeit ist im Übrigen sehr gut gelöst in Brandenburg: Alle neun Hochschulen des Landes sind vernetzt, was Angebote für Existenzgründer angeht.“
Darlehen oder Beteiligungen
Um Medienprojekten auf die Sprünge zu helfen, wollen die MEDIA-EXIST-Initiatoren einen Private-Equity-Pool für Darlehen oder Beteiligungen schaffen. Schon im kommenden Frühjahr, so Klaus-Dieter Müller, könnten fünf bis zehn Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Geld kommt dabei vorwiegend von Unternehmerpersönlichkeiten, die den unternehmerischen Nachwuchs fördern möchten.
Geschäftsideen identifizieren
Erfolg versprechende Geschäftsideen soll das Teilprojekt MEDIA EXIST FUTURE liefern. Dessen Aufgabe ist, den Markt zu beobachten und Trends und Geschäftsfelder zu identifizieren. Klaus-Dieter Müller nennt ein Beispiel: „Unsere Kernkompetenz sind die Audiovisuellen Medien. Wir wissen, dass immer mehr Unternehmen mit Videopräsentationen oder Computeranimationen arbeiten. Warum sollen unsere Absolventinnen und Absolventen also nicht hier Geschäftsideen entwickeln?“
Filme online promoten
Speziell den Filmschaffenden soll das MEDIA-EXIST-Internetportal eine Plattform bieten, sich einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Hier können HFF-Absolventen und Studierende ihre Filmproben einstellen. Unter dem Strich soll eine Community möglichst aller Filmprofessionellen weltweit entstehen. Nicht zuletzt auch derjenigen, die diese Filme abnehmen.
Geschäftsmodelle suchen
Im Teilprojekt MEDIA EXIST INTERNATIONAL wollen die Babelsberger schließlich ihr weltweites Netzwerk von Partnerhochschulen nutzen. Klaus-Dieter Müller: „Wir werden als ‚Trüffelschweine’ spannende Geschäftsideen identifizieren. Die sollen Gründerteams aus der HFF mit den ausländischen Partnern realisieren.“ Ein erstes Joint-Venture steht bereits an: Computerspiele für Handys, die mit dem Korean German Institute of Technology in Seoul entwickelt werden.
Kontakt
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