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Ubermetrics Technologies GmbH

Daniel Siewert, Bernd Molzahn, Patrick Bunk Daniel Siewert, Bernd Molzahn, Patrick Bunk
© Max Threlfall

„Das Wichtigste sind – neben einem überzeugenden Produkt – erfahrene Partner, die einen beim Markteintritt unterstützen.“

Interview mit Patrick Bunk, CEO bei Ubermetrics

Unternehmen sind auf belastbare Daten angewiesen, um ihren Markt einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen und zu planen. Doch die alltägliche Informationsflut sowie der Zugang zu relevanten Quellen ist für viele Unternehmen kaum noch zu bewältigen. Das Gründungsteam der Ubermetrics Technologies GmbH hat daher eine Software entwickelt, die in Echtzeit alle unternehmensrelevanten Daten im Internet identifiziert, analysiert und zur Verfügung stellt. Die Ausgründung der Humboldt-Universität zu Berlin wurde mit einem EXIST-Gründerstipendium gefördert.

Herr Bunk, Sie bieten eine automatisierte Onlinerecherche für Unternehmen an. Kann man das so sagen?

Bunk: Grundsätzlich sehen wir uns als Content Intelligence-Anbieter, also ein Anbieter von Systemen und Lösungen, um verschiedene Zielgruppen wie zum Beispiel PR- und Content Marketing-Experten genau mit den Daten zu versorgen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Zu diesem Zweck haben wir eine cloud-basierte Medien- und Analysesoftware entwickelt, die alle unternehmensrelevanten Informationen in Echtzeit, also wenige Minuten nach ihrer Veröffentlichung im Internet, zur Verfügung stellt. Das heißt, der zuständige Mitarbeiter des Unternehmens loggt sich über eine webbasierte Nutzeroberfläche ein und legt zunächst die für das Unternehmen relevanten Suchparameter fest. Unsere Software identifiziert und analysiert daraufhin alle dazu passenden Veröffentlichungen im Internet, wie News und Nachrichten, Blogs, soziale Netzwerke wie zum Beispiel Tweets, rechtliche Vorschriften, Angebotsanfragen, Wikis, Patentanmeldungen, Hörfunk- und TV-Beiträge. Im Ergebnis erhält das Unternehmen fortlaufend eine Zusammenstelllung an Beiträgen, die sich genau am jeweiligen Informationsbedarf orientiert. Darüber hinaus liefert unsere Software zum Beispiel Kennzahlen wie die Anzahl der Erwähnungen in digitalen Netzwerken, die Anzahl der Follower, Kommentare, Shares, Retweets usw.

Ihr Angebot scheint gut anzukommen. Sie schreiben schwarze Zahlen?

Bunk: Ja, im Anschluss an EXIST haben wir in 2011 eine Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds (HTGF) erhalten. Danach gab es noch eine Finanzierungsrunde mit einem Investor und seitdem haben wir keine neuen Kapitalgeber mehr an Bord holen müssen.

Ihre Kunden sitzen im In- und Ausland, vor allem in der DACH-Region. Wie gehen Sie bei der Kundenakquise vor?

Bunk: Ich denke, das Wichtigste sind – neben einem überzeugenden Produkt – erfahrene Partner, die einen beim Markteintritt in den jeweiligen Ländern unterstützen. Diese Partner haben wir vor allem auf Fachmessen kennengelernt. Da kann aus einem kurzen Gespräch bei einem Kaffee durchaus mehr entstehen. Wir haben zum Beispiel auf diese Weise unsere Kunden und Partner in Österreich und der Schweiz und vielen anderen Ländern kennengelernt. Und die nutzen nicht nur unsere Software, sondern helfen uns auch dabei, in ihren Ländern Fuß zu fassen und dort weitere Kunden zu akquirieren.

Sie sind schnell gewachsen und haben heute 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bekommen Sie den Fachkräftemangel zu spüren?

Bunk: Einfach ist es nicht. Das ist klar. Aber wir haben es bisher immer wieder geschafft, großartige Leute davon zu überzeugen, bei uns anzufangen und konnten unsere Stellen sehr schnell besetzen. Unsere Unternehmenskultur sowie die spannenden, technologisch herausfordernden Aufgaben, an denen wir arbeiten, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Ein weiterer Pluspunkt war und ist dabei sicherlich der Standort Berlin, der nach wie vor für viele Bewerber – auch aus dem Ausland – ein Anziehungspunkt ist.

Bei allem Erfolg: Gibt es irgendetwas, das Sie rückblickend anders machen würden?

Bunk: Rückblickend gibt es schon Einiges, das ich anders machen würde. Wir haben zum Beispiel anfangs die Dauer von Entwicklungsprojekten oft falsch eingeschätzt. Die Entwicklung technischer Lösungen dauert einfach immer sehr viel länger als man denkt - das hat in der Vergangenheit zu Verzögerungen und Frustrationen intern und bei Kunden geführt. Heute machen wir das viel besser, denn wir gehen bei Entwicklungsprojekten sehr viel kleinschrittiger vor. Wir entwickeln innerhalb von ein, zwei Wochen die ersten Versionen und arbeiten dann kontinuierlich jede Woche in kleinen Schritten an der weiteren Optimierung.

Sie haben vor sieben Jahren Ubermetrics zu viert gegründet. Gibt es das ursprüngliche Gründungsteam noch?

Bunk: Von den acht Leuten, vier Gründern und vier Entwicklern, die 2011 an den Start gegangen sind, sind noch sieben im Unternehmen. Das heißt, es funktioniert. Voraussetzung ist, dass allen bewusst ist, dass man schlechte und gute Zeiten miteinander teilen muss, wenn man gemeinsam ein Unternehmen aufbaut. Es ist im Prinzip wie in einer Ehe. Das gilt auch für die Beziehung zu den Investoren. Darauf muss man sich einstellen.

Ich denke, die Tatsache, dass es bei uns gut funktioniert, liegt nicht zuletzt an unserer Kommunikationskultur. Wir nehmen uns zum Beispiel sehr viel Zeit für Gespräche, bevor wir eine Entscheidung treffen. Die wird dann aber auch von allen mitgetragen.

Wie sehen die nächsten Schritte von Ubermetrics aus?

Bunk: Das Unternehmen hat jetzt eine gewisse Größe erreicht, so dass wir den einzelnen Teams sehr viel mehr Verantwortung übertragen werden, um dann mit mehr Mitarbeitern weiter wachsen zu können.

Außerdem werden wir weitere Kooperationen mit Start-ups und anderen Technologieunternehmen eingehen, die auf unserem Produkt eigene Lösungen aufsetzen können. Damit haben wir in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei uns ist eines der zentralen Themen sicherlich die Künstliche Intelligenz - gerade in der Produktentwicklung. Durch einen partnerschaftlichen Ansatz lassen sich gerade die sehr komplexen technologischen Lösungen, an denen wir arbeiten, sehr viel schneller und erfolgreicher entwickeln und an den Markt bringen.

Stand: Januar 2019

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