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Brandenburgische Technische Universität BTU: Alumni im Fokus

Mit über 7.000 Studierenden aus dem In- und Ausland und mehr als acht Forschungszentren trägt die BTU Cottbus-Senftenberg maßgeblich zum Strukturwandel im südlichen Brandenburg bei. Mit ihren Gründungsleitlinien sowie der Teilnahme an EXIST-Potenziale setzt sie dabei auf die positiven Effekte einer starken Gründungskultur.

BTU-Forschungszentrum für Leichtbauwerkstoffe BTU-Forschungszentrum für Leichtbauwerkstoffe
© MMZ / BTU Cottbus-Senftenberg

Die Entrepreneurshipkultur an der Hochschule verankern und damit das regionale Innovationssystem fördern. Das ist eines der Ziele, die die BTU Cottbus –Senftenberg im Juli 2019 in ihren Gründungsleitlinien festgeschrieben hat. Dass sich die BTU schwarz auf weiß zum Aufbau einer Gründungskultur bekennt und dabei auch konkrete Leistungen, wie die Durchführung gründungsbezogener Lehrveranstaltungen, die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die Nutzung von Schutzrechten usw. vorsieht, ist für Katrin Baumert, Projektleiterin des BTU-Gründungsservices , nur konsequent. „Gerade im Hinblick auf den Strukturwandel muss etwas passieren in der Region. Wir alle wollen Cottbus zu einer ansprechenden Region machen, wo man auch einen guten Job finden kann. Und hierzu können Start-ups aus Hochschulen einen großen Beitrag leisten.“ In diesem Zusammenhang verweist Katrin Baumert immer gerne auf das Gründungsteam von Elbenwald. „Das waren BTU-Studenten, die vor rund 20 Jahren mit ein paar hundert Mark in der Tasche angefangen haben, T-Shirts zu bedrucken. Heute beschäftigen sie 150 Mitarbeiter und gehören deutschlandweit zu einem der größten Onlineshops für Fanartikel. Das ist doch eine tolle Erfolgsgeschichte!“.

Alumni im Fokus des Gründungsservices
Damit es mehr solcher Erfolgsgeschichten gibt, stehen Katrin Baumert und ihre drei Kolleginnen nicht nur gründungsinteressierten Studierenden oder wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite: Bis zu sieben Jahre nach Abschluss können auch Alumni der BTU den Gründungsservice in Anspruch nehmen. „Allein bei zwei von drei EXIST-Teams waren Alumni beteiligt, die vor drei bzw. fünf Jahren an der BTU studiert hatten. Eines davon ist Pattarina. Die Gründerin, Dr. Nora Baum, hatte hier an der Hochschule promoviert, ist dann nach Leipzig und später nach Mannheim gezogen und kam nach ein paar Jahren zum Gründen wieder zurück nach Cottbus. Über die BTU hat sie dann ihren Co-Gründer Markus Uhlig kennengelernt. Und mit Unterstützung von EXIST-Gründerstipendium haben die beiden hier ihre Schnittmuster-App entwickelt und einen vielversprechenden Unternehmensstart hingelegt. Kein Wunder, dass das Team gerade erst beim Gründerwettbewerb - Digitale Innovationen gewonnen hat“, freut sich die Projektleiterin des Gründungsservices.

Etwa 65 Erstgespräche pro Jahr führen Katrin Baumert und ihre Kolleginnen mit gründungsinteressierten Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Alumni. Daraus entwickeln sich jedes Jahr etwa zehn Start-ups. Gefördert wird das Angebot durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Gründungsinteressierten kommen dabei aus allen Fachbereichen. Katrin Baumert: „Da wir als Gründungservice dem Lehrstuhl für Planung, Innovation und Gründung an der BTU zugeordnet sind, ist das Interesse aus der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen und E-Business etwas größer. Aber unter dem Strich ist von der Betriebswirtschaftslehre bis zu Musikpädagogik wirklich alles bei uns vertreten. Außerdem verstärken wir gerade auch in anderen Fachbereichen unsere Aktivitäten, so dass wir zum Beispiel aus dem Maschinenbau oder der Architektur ebenfalls viele Anfragen haben.“

Sensibilisierung über Ringlabore
Dass der Gründungsservice so stark nachgefragt wird, liegt nicht zuletzt an den Ringlaboren „Gründungsmanagement“ und „Gründungskompetenz“, die der Lehrstuhl für Planung, Innovation und Gründung im Winter- und Sommersemester jeweils für Bachelor- und Masterstudiengänge durchführt. Bei der Lehrveranstaltung entwickeln Studierende zum Beispiel gemeinsam mit EXIST-Teams eigene Geschäftsmodelle. „Das ist ein Wahl-Modul, das Studierenden aller Fachbereiche offensteht. Da finden zum Beispiel auch Zwischenpräsentationen statt, in denen Konzepte oder ganze Businesspläne vorgestellt werden, die auf Wunsch später weiterverfolgt werden können. Und auch wenn wir als Gründungsservice die Lehrveranstaltung nicht selbst betreuen, haben wir die Möglichkeit, uns vorzustellen oder mal ein Gründungsteam mitzubringen“, erklärt Katrin Baumert. Zukünftig soll die Veranstaltung thematisch erweitert werden, so dass es nicht mehr nur um die Neugründung von Start-ups geht. Auch die Übernahme eines bestehenden Unternehmens soll als denkbare berufliche Perspektive vorgestellt wird.

BTU-Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum BTU-Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum
© MMZ / BTU Cottbus-Senftenberg

Zunehmend wichtig: Thema „Unternehmensnachfolge“
Für die Region ist die Unternehmensnachfolge ein zentrales Thema. Von daher gibt es bereits erste enge Kooperationen zwischen Hochschule und regionalen Akteuren, wie dem Regionalen und Cottbuser Gründerzentrum am Campus - RCGC, das derzeit entsteht. Daran beteiligt sind die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer Cottbus und die kommunale Wirtschaftsförderung. Weitere Kooperationen sind in Vorbereitung. Katrin Baumert: „Wir möchten die Studierenden für das Thema sensibilisieren. Das machen wir im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen, zum Beispiel bei der Nacht der kreativen Köpfe , die in ganz Cottbus stattfindet, oder auch bei der Campus-Exchange der Karrieremesse an der BTU. Zukünftig planen wir außerdem ein kleines Exzellenzprogramm: Dabei erhalten unsere Studierenden die Möglichkeit, entweder als Werkstudent oder Praktikant in einem Unternehmen zu arbeiten. Daraus kann dann durchaus ein Thema für eine Bachelor- oder Masterarbeit entstehen. Idealerweise erhält die Absolventin bzw. der Absolvent anschließend in dem Unternehmen einen Arbeitsplatz und wird – wenn alles gut läuft – als Nachfolgerin oder Nachfolger aufgebaut.“

BTU-Start-ups: Interessant für Investoren
Geplant ist außerdem, ein eigenes Pitch-Event auf die Beine zu stellen. Seit Jahren fahren die Gründungsteams der BTU zu Pitches nach Berlin, Leipzig oder anderen Orten. Auf Initiative einiger EXIST-Teams hin soll es nun auch an der BTU eigene Pitch-Veranstaltungen geben. Die erste findet in Zusammenarbeit mit dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Cottbus statt. Für Katrin Baumert ein weiterer Baustein, um die Attraktivität Cottbus‘ – insbesondere auch für Investoren – zu steigern.

Stand: September 2019

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