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Ökologisch nachhaltige Gründungsideen

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Ursprünglich 1830 als Höhere Forstlehranstalt gegründet, ist die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) vor den Toren Berlins heute international bekannt für ihre zukunftsorientierten Studiengänge: Global Change Management und nachhaltiger Tourismus gehören ebenso dazu wie beispielsweise Ökolandbau & Vermarktung oder Unternehmensmanagement.

HNEE Waldcampus HNEE Waldcampus
© HNE Eberswalde

„Wer an der HNE in Eberswalde studiert, bringt das Thema Nachhaltigkeit praktisch in seiner DNA mit. Da sind wir alle auf dem Campus mit viel Leidenschaft dabei. Das gilt natürlich auch für die Gründungsideen, mit denen die Studierenden, Absolventen oder auch Mitarbeitenden zu uns kommen. Nachhaltigkeit – sozial, ökologisch und ökonomisch - wird da ganz selbstverständlich bei jeder Idee mitgedacht“, sagt Robert Schmidt, Leiter des GründungsZentrums an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Das GründungsZentrum wird durch das Land Brandenburg sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds unterstützt. Es ist keinem bestimmten Fachbereich, sondern direkt dem Transferzentrum der Hochschule zugeordnet. „Das sorgt für ausreichend Beinfreiheit. Wenn wir zu einem bestimmten Fachbereich gehören würden, wären wir womöglich für die anderen nicht so interessant. So aber sind wir in der Hochschule für alle gleichermaßen sichtbar und Ansprechpartner“, ist Robert Schmidt überzeugt. Das Konzept scheint jedenfalls aufzugehen. Etwa hundert Erstgespräche führen Robert Schmidt und sein Team pro Jahr. Davon entwickeln sich 10 bis 20 Gründungsideen weiter und realisieren ein Gründung mit Unterstützung des GründungsZentrums. Für eine vergleichsweise kleine Hochschule mit ca. 2.100 Studierenden eine beachtliche Quote.

Herausforderung: Geschäftsideen von Urproduktion bis Hightech

Wie an jeder Hochschule ist das Studienangebot auch an der HNEE sehr heterogen. Dabei bieten die vier Fachbereiche Wald und Umwelt, Landschaftsnutzung und Naturschutz, Holzingenieurwesen sowie Nachhaltige Wirtschaft ein großes Potenzial an Geschäftsideen. Allerdings unterscheiden sich die Bedingungen für den Weg in die Selbständigkeit erheblich voneinander. Eine große Herausforderung für die Mitarbeitenden des GründungsZentrums. „Ein pauschales Informations- und Beratungsangebot funktioniert da nicht. Natürlich informieren wir in unseren Sensibilisierungsveranstaltungen auch über die Basics jeder Gründung. Sprich: Rechtsformen, Steuern usw.“ Einen weitaus größeren Raum nähmen jedoch die Informationen und individuellen Gespräche zu den fachbereichs- und branchenpezifischen Besonderheiten ein, fährt Robert Schmidt fort: „Dazu gehören zum Beispiel die Angebote der Agrarförderung einerseits und der Wirtschaftsförderung andererseits. Gründungen im Agrarbereich sind oftmals mit hohen Investitionen verbunden, vor allem wenn es darum geht, einen bestehenden Hof zu übernehmen. Hinzu kommen lange Übergangsprozesse sowie Witterungsabhängigkeiten. Im Unterschied dazu haben wir es im Holzingenieurwesen mit ganz anderen Anforderungen zu tun. Da kommen Teams zu uns, die etwas aus Holz konstruiert haben. Da geht es dann um Fragen der Produktion, des Vertriebs usw. Im Fachbereich Wald und Umwelt wiederum kommen die Studierenden sowohl mit Softwarelösungen zu uns, etwa einem Management-Tool zur Steuerung von Forstbetrieben, als auch mit Geschäftsmodellen, die sich mit globalen Problemen wie dem Klimawandel beschäftigen. Eines unserer Teams hat zum Beispiel einen Verein gegründet, der nicht nur Spenden für Wiederaufforstungsprojekte sammeln möchte, sondern auch wirtschaftlich tätig sein wird. Das ist nicht die kleine Umweltinitiative ‚um die Ecke‘, sondern ein sehr großes Projekt, mit dem zum Beispiel auch Fördergelder der Vereinten Nationen oder anderer transnationaler Institutionen verbunden sind.“ 

Pluspunkt: überregionale Netzwerke und Nähe zu Berlin

Für eine vergleichsweise kleine Hochschule wie die HNEE ist die Einbindung in regionale und überregionale Netzwerke ein Muss. So sind Robert Schmidt und sein Team zum Beispiel immer dabei, wenn sich etwa alle drei bis sechs Monate die Gründungsservices der Brandenburger Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen auf Netzwerktreffen austauschen. Von dem engen Kontakt zur Wirtschaftsförderung Brandenburg, der WFBB, sowie zur Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) profitieren nicht zuletzt insbesondere die innovativen Gründungsvorhaben der Nachhaltigkeitsspezialisten. Und natürlich kommt den Gründerinnen und Gründern auch die Nähe zu Berlin zu Gute. Dort finden die Teams nicht selten den Einstiegsmarkt für ihre Produkte und Dienstleistungen. Sei es für Mode aus recycelter Bio-Baumwolle und recyceltem PET, für eine Finanzierungs-Plattform für Bildungsvorhaben oder für Produkte vom neu gegründeten Ziegenhof.

Dass sich nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gut verkaufen, daran besteht für Robert Schmidt kein Zweifel. Dass ein Studium oder eine Beschäftigung an der HNEE dabei nicht selten ein zusätzliches Verkaufsargument ist, erfährt er von den Start-ups immer wieder: „Wenn jemand von der HNEE mit einem ökologisch nachhaltigen Produkt auf den Markt kommt, wirkt das für viele Kunden sehr authentisch im Sinne von: Die betreiben kein Greenwashing. Denen kann man vertrauen. Die meinen es ernst.“