Navigationsbereich

Sie befinden sich hier:

Hochschule Geisenheim University: Vorbereitung auf EXIST-Potentiale

Die Hochschule Geisenheim ist eine von insgesamt 196 Hochschulen, die sich Anfang des Jahres für das neue Förderprogramm EXIST-Potentiale beworben haben. Jetzt geht es an die Arbeit: Bis Ende August muss das Konzept stehen. Darin halten die Geisenheimer Gründungsakteure fest, wie sie dem Gründergeist auf die Sprünge helfen wollen.

Büste von Heinrich Eduard von Lade, Gründer der Königlichen Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim; im Hintergrund ein Verwaltungsgebäude Büste von Heinrich Eduard von Lade, Gründer der Königlichen Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim; im Hintergrund ein Verwaltungsgebäude
© Jan Schindler, Hochschule Geisenheim

Forschungsanstalt auf dem Campus der Hochschule Geisenheim Forschungsanstalt auf dem Campus der Hochschule Geisenheim
© Hochschule Geisenheim/pps-studios.com

Weit über das idyllische Rheingau hinweg hat sich die Hochschule Geisenheim in den letzten Jahrzehnten weltweit einen Namen für Wein-, Obst- und Gartenbau sowie Getränketechnologie und Landschaftsarchitektur gemacht. Viele der über 1.650 Studierenden aus dem In- und Ausland kommen dabei nicht selten aus Unternehmerfamilien. Die enge Verzahnung von Lehre, Forschung und praktischer Anwendung bietet ihnen eine ideale Grundlage, um sich zum Beispiel auf die Übernahme des elterlichen Weinbau- oder Gartenbaubetriebs vorzubereiten. „Existenzgründung, insbesondere durch eine Unternehmensnachfolge, ist insofern schon immer ein wichtiges Thema für uns gewesen“, sagt Dr. Elena Siebrecht, Wissenstransfermanagerin an der Hochschule Geisenheim . „Darüber hinaus hat aber in den letzten Jahren das Interesse an der Gründung von Start-ups deutlich zugenommen. Wir merken, dass die Studierenden immer experimentierfreudiger werden und intensive Forschung betreiben. Dadurch entstehen natürlich viele innovative Ideen.“ Getüftelt wird vor allem an neuen oder verbesserten Getränken - vom Wein über Fruchtsäfte bis hin zu Kaffee. Pfiffige Ideen kommen auch von Absolventinnen und Absolventen der Lebensmittellogistik oder der Landschaftsarchitektur.

Schon jetzt gut vernetzt mit der Region
Tatkräftig unterstützt werden sie dabei vor allem durch die regionalen Partner der Hochschule. „Wir sind schon seit geraumer Zeit in verschiedene Netzwerke eingebunden. Dazu gehören zum Beispiel ‚ Hessen Ideen‘ und das Start-up Netzwerk der IHK Wiesbaden . Das bedeutet, wir vermitteln unsere gründungsinteressierten Studierenden, Absolventinnen, Absolventen sowie Doktorandinnen und Doktoranden an kompetente Ansprechpartner in den jeweiligen Netzwerken. Darüber hinaus recherchieren wir nach geeigneten Fördermöglichkeiten. Da sind wir mittlerweile ganz gut aufgestellt. Es gibt auch einzelne Module in den Vorlesungsreihen, die sich mit den relevanten Themen zu Gründung und Selbständigkeit beschäftigen. Es gibt aber keine eigenständige Vorlesung dazu.“ Jedenfalls noch nicht, denn zukünftig möchte die Hochschule Geisenheim ein umfassendes Angebot auf die Beine stellen, das dem Gründergeist kräftig auf die Sprünge hilft. Gründungsinteressierte Doktorandinnen, Doktoranden sowie Absolventinnen, Absolventen und Studierende sollen unterstützt und mehr noch als bisher mit Unternehmen und anderen Gründungsakteuren vernetzt werden. So sieht es auch die gemeinsame Zielvereinbarung mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen vor. Demnach sollen Existenzgründungen aus den Hochschulen und strategische Partnerschaften mit der Wirtschaft intensiviert werden.

Neue Ideen prüfen und anpassen
Insofern passt das neue Förderprogramm EXIST Potentiale genau zu den Plänen der Geisenheimer Gründungsaktiven. In enger Partnerschaft mit der Hochschulstadt Geisenheim, der Rheingauer Volksbank und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht plant die Hochschule Geisenheim nun ein gemeinsames Gründerzentrum. Bis Ende August haben Dr. Elena Siebrecht und ihre Kolleginnen und Kollegen nun Zeit, ein Konzept auszuarbeiten. „Wir werden zunächst das Gründungspotenzial hier auf dem Campus evaluieren, analysieren und anschließend Handlungsempfehlungen formulieren. Natürlich haben wir auch schon jede Menge Ideen. Die werden wir nun auf den Prüfstand stellen und den Bedürfnissen unserer Gründerinnen und Gründer anpassen.“ So sollen zum Beispiel neben der Bereitstellung von Räumlichkeiten und einer gründungsfreundlichen Infrastruktur alle Gründungsinteressierten ein Programm durchlaufen, das ihnen das notwendige unternehmerische Know-how vermittelt. Eine wichtige Rolle wird dabei auch das Thema Unternehmensnachfolge spielen. Darüber hinaus soll der Austausch mit regionalen Unternehmen weiter ausgebaut werden.

Vom Start-up zum etablierten Mittelständler
Sowohl Studierende als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Gründungen zu sensibilisieren und mit dem notwendigen Fachwissen auszustatten ist dabei nicht das einzige Anliegen von Dr. Elena Siebrecht: „Wichtig ist auch, dafür zu sorgen, dass sich die Start-ups dauerhaft am Markt etablieren können. Ein Start-up ist ja in der Regel schnell gegründet. Aber wenn das Unternehmen dann am Markt ist, fangen die eigentlichen Herausforderungen erst an. Was wir vor Augen haben ist daher ein Programm, dass nicht nur Gründungen unterstützt, sondern auch deren nachhaltigen Bestand am Markt.“

Kein Zweifel, die Hochschule Geisenheim hat sich in Sachen „Gründungskultur“ viel vorgenommen. In den nächsten Monaten haben Dr. Elena Siebrecht und ihr Team daher alle Hände voll zu tun. Sie ist sich sicher, dass sie dabei von ihren Kolleginnen und Kollegen auf dem Campus unterstützt wird: „Unsere Dozentinnen und Dozenten sowie Professorinnen und Professoren haben bereits jetzt schon immer ein offenes Ohr, wenn ihre Studierenden, Absolventen oder Doktoranden mit einer Geschäftsidee zu ihnen kommen. Wenn es nun darum geht, mit neuen Ideen und viel Energie das Gründungsklima hier auf dem Campus weiter zu verbessern, sind sie sicher mit dabei.“

Stand: März 2019

Creative Commons Lizenzvertrag

Seite empfehlen: