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Karlsruher Institut für Technologie: Start-ups fit fürs Ausland machen

Als größte deutsche Forschungseinrichtung will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Gründende für internationale Märkte fit machen. Umgesetzt wird das mit dem Global Horizon Program (GHPro) der KIT Gründerschmiede. Dabei setzt sie auf ein weltweites Netzwerk und viel Austausch.

Das Team der KIT Gründerschmiede Das Team der KIT Gründerschmiede
© KIT Gründerschmiede

Bereits beim Förderprogramm EXIST IV, dem Wettbewerb „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), war das KIT erfolgreich. Von 2010 bis 2018 wurde dabei die Entwicklung einer übergreifenden Strategie zur Förderung von Gründungskultur und Unternehmerinnen und Unternehmergeist gefördert. 2019 erhielt das KIT dann 2,2 Millionen Euro im Rahmen von EXIST-Potenziale: Bahn frei für das Global Horizon Program (GHPro), mit dem die KIT Gründerschmiede in einer vierjährige Projektphase zur Schnittstelle und zum Vermittler zwischen Tech-Start-ups aus dem Südwesten und den globalen Märkten werden soll.

Auf eine Reihe erfolgreicher Technologie-Start-ups kann das KIT bereits stolz zurückblicken. Als einzige deutsche Hochschule haben bereits zwei von ihr geförderte Start-ups den Deutschen Gründerpreis erhalten: das Unternehmen RESTUBE mit seinen selbstaufblasbaren Rettungsbojen und die E-Fuels-Firma Ineratec, die bis 2022 eine industrielle Pionieranlage zur Produktion nachhaltiger synthetischer Kraftstoffe in Betrieb nehmen will. Jetzt sollen auch andere Start-ups auf eine internationale Skalierung vorbereitet werden. Das Gobal Horizon Program des KIT soll eine enge Vernetzung in der Region und darüber hinaus anregen. Kooperationspartner für eine strategische Internationalisierung sind die Hochschulen Mannheim und Heidelberg.

Ein Event im Rahmen des Global Horizon Programms (GHPro)) Ein Event im Rahmen des Global Horizon Programms (GHPro))
© KIT Gründerschmiede

Drehscheibe für die Region Südwest

Thomas Neumann, Leiter der Abteilung Gründungen und Beteiligungen beim KIT und Koordinator der KIT Gründerschmiede, erklärt: „Das KIT versteht sich als Drehscheibe für die Region mit der Start-up- und Wissenschaftswelt.“ Dabei geht es vor allem um die internationale Vernetzung: Gründerinnen, Gründer, Fachkräfte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen aus dem Ausland nach Karlsruhe und Umgebung geholt und die eigenen Teams gleichzeitig fit für das „Großdenken“ gemacht werden, so Neumann. „Deutsche Gründerinnen und Gründer haben sich oft die Marktführung im eigenen Land zum Ziel gesetzt. Wir sagen ihnen: Im Normalfall wird ein deutscher Marktführer irgendwann von ausländischen Investoren aufgekauft. Das sollte nicht ihr Ziel sein.“ Auch an der Hochschule selbst nicht: Studenten und Wissenschaftler am KIT mit einer Ader für Unternehmertum sollen dafür sensibilisiert werden, andere Regionen kennenzulernen, internationale Märkte im Auge zu haben und generell offener zu denken.

Co-Evolutionary Start-up Das KIT-Programm Co-Evolutionary Start-up richtet sich an internationale Gründende, die in Deutschland oder der EU Fuß fassen wollen.
© KIT Gründerschmiede

KIT Gründerschmiede – von der Idee bis zum Exit

Die KIT Gründerschmiede ist zunächst eine Plattform, auf der alle Angebote zum Gründen gebündelt werden. Die Internationalisierung ist ein wichtiger Bestandteil des Austauschs und wird auch in dem von den Hochschulen aus Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe geschaffenen DeepTech Hub vorangetrieben. „Da kommt zum Beispiel ein Team aus dem Life-Science-Bereich aus Chile ans KIT und wir vermitteln es dann vielleicht an unsere Kollegen in Heidelberg weiter, weil diese wesentlich besser in dem Bereich aufgestellt sind,“ erklärt Neumann. Der Vernetzungsgedanke spiegele sich generell im Konzept des KIT wider – in seinen Säulen Forschung, Lehre und Innovation, die als Querschnittsthemen verstanden würden, so Neumann. Der Gedanke dabei ist: Innovation kann sowohl in der Forschung als auch in der Lehre in diesem Zusammenschluss entstehen.

„Wachstum entsteht in Situationen, in denen sich Menschen hinterfragen, Dinge anders angehen und sich weiterentwickeln müssen.“

Die Frage sei, so Neumann: „Wie finden wir diese Menschen, die am Ende Innovationen hervorbringen oder vorantreiben? Deshalb sehen wir Innovation personenbezogen und setzen unseren Fokus nicht darauf, sie als reine Technologie zu definieren, sondern zum Beispiel als Innovation im Bereich Social-Responsibility. Uns ist es wichtig, mit Menschen zu sprechen und zu diskutieren und sie mit anderen für den gegenseitigen Austausch in Verbindung zu bringen. Seien es Menschen, die Vorträge halten und andere inspirieren, seien es Mentorinnen, Mentoren, Coaches oder Menschen, die wunde Punkte ansprechen, über die noch nicht richtig nachgedacht wurde.“ Wachstum entstehe in Situationen, in denen sich Menschen hinterfragen, Dinge anders angehen und sich weiterentwickeln müssen, fügt er hinzu.

Gründer/-innenpitch Gründer/-innenpitch
© KIT Gründerschmiede

Synergien mit dem German Accelerator

Die KIT Gründerschmiede will möglichst viele dieser Gelegenheiten des Austauschs und des Hinterfragens schaffen. Der Anspruch dabei: Das KIT-Team muss gar nicht in jeder Situation der richtige Ansprechpartner für ein spezifisches Problem sein – aber es sollte immer die besten Kooperationspartner zur Hand haben. Die KIT-Partner dafür kommen von überall, so etwa auch aus dem großen Alumni-Netzwerk der Hochschule. Und sie beraten auch bei einer geplanten Internationalisierung eines Start-ups. Oft sind die Hürden bei den Gründungsteams ähnlich. „Gefühlt geht es meistens um die Frage: Wie fange ich überhaupt an? Der springende Punkt ist, ein Gefühl für andere Märkte zu bekommen. Beispielsweise arbeiten wir im Moment eng mit dem German Accelerator zusammen und denken auch über eine stärkere strategische Kooperation nach“, sagt Neumann.

Die Synergien seien zum einen, dass die Teams genau durch solche Programme die Märkte mit ihren spezifischen Herausforderungen kennenlernen. „Zum anderen wollen wir nicht einfach KIT-Teams irgendwohin entsenden. Auch der Austausch mit anderen Teams aus Deutschland, bspw. aus Berlin, München und Hamburg ist uns für die Weiterentwicklung der Teams wichtig. Die kennen sich meistens noch nicht, können aber Erfahrungen teilen, voneinander lernen und auch das nationale Netzwerk entscheidend stärken.“

Der KIT Gründerschmiede geht es um die einzelnen Menschen, die gründen wollen, und das Zwischenmenschliche dabei. Entscheidend ist nicht nur das Potenzial eines Gründungs-Teams und seiner Idee, sondern auch dessen Engagement, die Sache gemeinsam anzugehen. Eine Erfolgsformel für den deutschen wie den internationalen Markt!

Stand: August 2021

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