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TU Dresden: Pionier in Sachen innovative Gründungen

Was das Thema „Gründungskultur an Hochschulen“ betrifft, hat die Technische Universität Dresden zweifellos Pionierarbeit geleistet. Bereits im Jahr 1998 gehörten die Dresdner mit dem Projekt dresden|exists zu den fünf Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbs „EXIST – Existenzgründungen aus Hochschulen“. In den darauffolgenden Jahren hat sich dresden|exists über mehrere Hochschulen hinweg für mehr Gründungsgeist in der Dresdner Wissenschaftsgemeinde engagiert. Mit EXIST-Potentiale will sich der Start-up Service nun noch breiter in der Region aufstellen und Synergien noch stärker nutzen.

TU Dresden Gebäude Institut für Bauingenieurwesen (Beyer-Bau) an der TU Dresden
© TUD/Lothar Sprenger

Acht Wissenschaftseinrichtungen beteiligen sich seit 2020 an dem Verbund: Neben der TU Dresden sind darunter langjährige Partner wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, das Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf, das Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung sowie das Leibniz-Institut für Polymerforschung. Neu im Boot sind die Fachhochschule Dresden, die Hochschule für Bildende Künste Dresden und die Hochschule Zittau-Görlitz. Geht es nach Dr. Frank Pankotsch, seit 2009 Leiter von dresden|exists, kann der Verbund gern weiter wachsen: „Der gemeinsame Auftritt schafft nicht nur eine bessere Sichtbarkeit für das Thema Entrepreneurship und unsere Angebote. Vielmehr gewinnen unsere Gründerinnen und Gründer durch spezialisierte Angebote, ein starkes Netzwerk und ein breit aufgestelltes Beratungsteam. In der Region sehe ich durchaus weitere Wissenschaftseinrichtungen, die davon profitieren können.“ Bewährt hat sich diese enge Kooperation nicht zuletzt bei der Zusammensetzung und Betreuung der Gründungsteams. Je nach Bedarf können geeignete Teammitglieder sowie Mentorinnen und Mentoren aus den verschiedenen Einrichtungen gewonnen werden.

dresden|exists: Synonym für innovative Gründungen in der Region Dresden

dresden|exists hat sich damit nicht nur als Anlaufstelle für wissens- und forschungsbasierte Gründungsinteressierte in der Region etabliert. Es hat sich auch zu einer Marke entwickelt, die in der akademischen Entrepreneurshipszene einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Von daher hat sich die Mühe gelohnt, freut sich Dr. Frank Pankotsch. „In den ersten Jahren mussten wir viel Zeit investieren, um dresden|exists und das Thema Existenzgründung bekannt zu machen. Das hat sich inzwischen geändert. Heute haben wir jede Menge Partner, die als Multiplikatoren Gründungsinteressierte auf uns aufmerksam machen. Dazu gehören zum Beispiel die Technologietransfer-Offices, die Career-Services und natürlich die vielen Lehrstühle, die inzwischen selbst Erfahrungen mit Ausgründungsvorhaben gesammelt haben. Deren Mund-Propaganda trägt dazu bei, dass bei Studierenden und Forschenden das Interesse an Unternehmensgründungen geweckt wird und sie den Weg zu uns finden.“ Dieses Netzwerk systematisch auszubauen, ist auch eines der zentralen Vorhaben, dass dresden|exists mit der Förderung aus EXIST-Potentiale bewegen will.

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die vielen Alumni, die in ihren Anfängen von dresden|exists betreut wurden. „Die haben vor fünf, sechs oder mehr Jahren ihre Unternehmen gegründet und sind mittlerweile erfolgreich. Das sind natürlich genau die Beispiele, die wir brauchen, um für das Thema zu werben. Wir zeigen damit auch gegenüber Investoren, Umsetzungspartnern und politischen Entscheidern wie erfolgreich dresden|exists ist.“ Doch nicht nur das, viele Alumni kommen gern wieder und teilen ihre Erfahrungen – in Vorträgen bei Networking-Events, im Mentoring oder als Feedbackgebende in Pitch-Formaten.

Zahl von 25 Gründungen pro Jahr soll weiter steigen

Jährlich begleitet dresden|exists heute allein an der TU Dresden zwischen 50 und 70 Gründungsideen, von denen etwa 20 tatsächlich auch zu einer Unternehmensgründung führen. Bei den bisherigen Partnereinrichtungen kommen nochmal fünf bis zehn weitere Gründungen hinzu. Mit dem Ausbau des Verbundes und den dabei möglichen Synergien sollen diese Zahlen nun weiter steigen.

Mit der Erweiterung bieten sich ganz neue Möglichkeiten für mehr Gründungen, stellt Dr. Frank Pankotsch fest: „Die größere Zahl an Partnern ist dabei gar nicht das Entscheidende, sondern die Synergien, die sich daraus ergeben.“ So lag der Fokus der TU Dresden bisher auf forschungsbasierten Gründungen. Von diesen Erfahrungen kann zum Beispiel die HTW Dresden profitieren, die nicht nur ihr Forschungsgeschehen, sondern auch darauf basierende Gründungen deutlich ausbauen will. „Mit der Kunsthochschule und auch der im Bereich Design und Medieninformatik starken FH Dresden gewinnen wir zudem zwei Partner mit ganz neuen Profilen. Das wird nicht nur das Gründungsgeschehen im nicht-technischen Bereich ankurbeln, sondern eröffnet uns auch ganz neue Möglichkeiten für übergreifende Gründungsvorhaben, wenn beispielsweise Ingenieure und Ingenieurinnen der TU Dresden mit Kreativen aus diesen Hochschulen zusammengehen.“

Steter Tropfen …

An Nachfrage mangelt es dem Team von dresden|exists also nicht. Dass der Start-up Service dann letztlich auch so gut bei den Ratsuchenden ankommt, führt Dr. Frank Pankotsch darauf zurück, „dass wir das Thema ‚Gründung‘ langfristig angelegt haben. Gerade im forschungsbasierten Bereich braucht der Gedanke, ein Unternehmen zu gründen, Zeit, um zu reifen. Vom ersten Beratungsgespräch bis zur tatsächlichen Gründung können durchaus drei bis fünf Jahre vergehen. Dennoch können die Gründer und Gründerinnen sicher sein, dass wir sie begleiten – auch wenn der Weg lang ist.“ Und das dresden|exists nicht an Fahrt verliert, dafür sorgen seit vielen Jahren der Freistaat Sachsen und der Europäische Sozialfonds sowie seit 2020 auch das BMWi-Programm EXIST-Potentiale.

Diese Konstanz ermöglicht es dem Team auch, seine Angebote weiterzuentwickeln und immer wieder neu zu justieren. „Über die Jahre haben wir viele Formate für Gründerinnen, Gründer und solche, die es werden wollen, getestet. Einige haben schon lange einen festen Platz in unserem Programm, wie unsere Vorlesung ‚How to start a Startup‘ oder auch unser Flaggschiff-Event ‚Gründerfoyer, zu dem in den vergangenen 20 Jahren 15.000 Gründungsinteressierte kamen. Anderes stellen wir immer wieder auf den Prüfstand“, so Frank Pankotsch.

Ideen stärken durch spezialisierte Beratungsprogramme

Auf diesem Weg sind zum Beispiel zwei spezialisierte Inkubationsprogramme entstanden: „Wir haben ein strukturiertes Programm für softwarebasierte Gründungen entwickelt, die einen großen Anteil an den betreuten Projekten ausmachen.“ Das Ergebnis ist das Startup Bootcamp, in dem bis zu sechs Gründungsteams aus allen Partnereinrichtungen an den Grundlagen für ihr Geschäftsmodell arbeiten. Mit einem ähnlichen Ansatz unterstützt das LifeTechLab Forschende und Studierende aus den Lebenswissenschaften und der Medizin bei der Umsetzung ihrer Gründungsvorhaben. „Start-ups im Life-Science-Bereich brauchen nicht nur einen langen Atem, sie müssen sich zudem frühzeitig mit Regulierungsfragen, Patenten und den speziellen Erlösmodellen auseinandersetzen. Darauf bereiten wir die Gründerinnen und Gründer im LifeTechLab vor und geben ihnen die Chance, in drei Monaten intensiver Betreuung ihre Geschäftsidee auf den Prüfstand zu stellen.“ Zudem geht dieses englischsprachige Programm gezielt auf den Bedarf der sehr international geprägten Wissenschaftscommunity in diesem Bereich ein – ein Profil, das dem renommierten Fachblatt nature eine positive Erwähnung in seinem Career Guide Germany wert war.

Darauf ausruhen will sich das Team von dresden|exists trotzdem nicht und tüftelt weiter an neuen Ideen. Viel Potenzial sieht Frank Pankotsch bei Gründungen ohne Forschungshintergrund. „Wir wollen unsere Angebote im Rahmen von EXIST-Potentiale noch besser strukturieren und Gründungsinteressierten zeigen, dass wir auch für Gründungen ohne Hightech-Bezug der richtige Umsetzungspartner sind.“ Einen drauf setzen will das Team auch bei den technologieorientierten Gründungen, die mit einem speziellen Accelerator-Programm beim schwierigen Schritt des Markteinstiegs gezielt unterstützt werden sollen.

Zukünftige Herausforderungen

Die größte Herausforderung für dresden|exists wird auch in Zukunft sein, immer am Puls des Start-up Geschehens zu bleiben. Darüber hinaus gilt es, das Informations- und Beratungsangebot langfristig zu sichern. „Mit Finanzierungen, die kürzer als die typischen Beratungszeiträume bei unseren Hightech-Teams sind, haben wir noch kein ideales Umfeld, unseren Service nachhaltig anzubieten und den Weggang erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verhindern“, sagt Dr. Frank Pankotsch und ergänzt: „Die Wissenschaftseinrichtungen leisten hier bereits einen erheblichen, gerade auch finanziellen Beitrag. Ganz ohne nennenswerte Unterstützung von Bund und Land wird es jedoch auf Dauer nicht gehen. Unsere Ergebnisse belegen aber eindrucksvoll, dass sich der Einsatz von Steuergeldern hier für alle wirklich auszahlt.“ Noch mehr Verständnis wünscht sich Frank Pankotsch zudem für den Verbundcharakter von dresden|exists: „Entscheider und Entscheiderinnen, egal ob an den Wissenschaftseinrichtungen selbst oder bei Fördergebern, blicken häufig noch immer eher auf die einzelne Einrichtung und versuchen diesen die Ergebnisse zuzuschreiben. Vieles von unserem Erfolg liegt aber eben gerade darin, dass wir die Dinge gemeinsam angehen und Synergien nutzen.“

Stand: Februar 2021

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