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Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Gründungsberatung mit regionalen Partnern

Wie es Hochschulen gelingen kann, trotz geringer personeller Ressourcen eine ansprechende Gründungsunterstützung aufzubauen, zeigt die Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Dank der engen Kooperation mit regionalen Gründungsakteuren erhalten gründungsinteressierte Studierende und Absolventen eine solide Grundausstattung für den Start in die Selbständigkeit.

Uni Bamberg Campus Otto-Friedrich-Universität Bamberg
© Universität Bamberg/ Jürgen Schnabel


„Unsere aktuelle Strategie setzt auf die Kooperation mit regionalen Partnern, wie der BayStartUP GmbH, der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken, dem Zentrum für Innovation und neue Unternehmen Bamberg oder den Aktivsenioren Bayern e.V. Diese enge Zusammenarbeit ist meiner Ansicht nach ein gelungener Grundstein, um eine erfolgreiche Gründungskultur aufzubauen.“ sagt Dr. Henriette Neef vom Dezernat Forschungsförderung an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Pluspunkt: Kooperationen mit regionalen Partnern
Tatsächlich habe man in den vergangenen Jahren schon einiges auf die Beine gestellt, freut sich die Ansprechpartnerin für Wissenstransfer und Existenzgründung - obwohl die personelle Ausstattung nicht gerade üppig ist. Nichtsdestotrotz ist es der Hochschule gelungen, angehenden Gründerinnen und Gründern auf dem Campus ein umfangreiches Angebot zur Verfügung zu stellen.

So findet zum Beispiel dreimal im Semester eine Gründersprechstunde statt. Durchgeführt wird sie von Gründungsberatern der IHK für Oberfranken und den Aktivsenioren Bayern e.V. in den Räumlichkeiten der Universität. Hinzu kommen Workshops zu den Themen Ideenfindung und Businessplan. Sie werden ebenfalls mehrmals im Semester angeboten und von Referenten der bayerischen Start-up-Initiative BayStartUP begleitet. An sie wenden sich auch Gründungsteams, die Hilfestellung bei der Antragstellung bei Förderprogrammen wie etwa dem EXIST-Gründerstipendium benötigen. Einen deutlichen Mehrwert sieht Dr. Henriette Neef auch in der Kooperation mit dem Zentrum für Innovation und neue Unternehmen sowie dem neuen Digitalen Gründerzentrum LAGARDE 1 in Bamberg. „Bereits jetzt können gründungsinteressierte Studierende hier das vielfältige Weiterbildungsprogramm kostenfrei nutzen und sich mit regionalen Start-ups vernetzen.“

Campus-eigene Angebote ausbauen
Die vielen erfolgreichen Kooperationsbeispiele sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch an der Universität Bamberg selbst eine ganze Reihe engagierter Mitstreiter gibt, die sich für den Gründergeist einsetzen. So organisiert zum Beispiel die Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik im Rahmen des Verbundprojektes „Innovationslabor Living Lab Bamberg“ Mix-and-Match Days und Hackathons mit regionalen Unternehmen. Speziell für Gründerinnen bietet die Frauenbeauftragte der Universität regelmäßig einen Workshop zum Thema Self Employment an. Und mit vereinten Kräften der Bamberger Gründungsakteure findet jedes Jahr der Management-Cup Bayern und alle zwei Jahre der Fünf-Euro-Businessplan statt.

Bei Gründungsberatungen, Workshops und Wettbewerben soll es aber nicht bleiben, so Dr. Neef: „Wir sind eine Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaftlich ausgerichtete Universität. Naturwissenschaftlich und technisch orientierte Fächer mit großem Anwendungsbezug gehören nicht zu unserem Spektrum. Langfristig möchten wir daher verstärkt an nachhaltigen, gründungsunterstützenden Strukturen arbeiten, die zielgruppenspezifischer ausgerichtet sind und an den verschiedenen Fächerkulturen und Gründungsmotivationen ansetzen.“

Uni Bamberg Gründergespräch


Gründungspotenzial weiter erschließen
Dass es sich lohnt, das Angebot für Gründerinnen und Gründer weiter auszubauen, davon ist Dr. Henriette Neef überzeugt: „Seit gut anderthalb Jahren dokumentieren wir etwas genauer, wie unser jetziges Angebot nachgefragt und angenommen wird. Pro Studienjahr haben wir Kontakt zu etwa 100 bis 120 Gründungsinteressierten. Die kommen entweder zu den Veranstaltungen oder zu den Erstgesprächen. Daraus entstehen dann etwa 30 bis 40 intensivere Beratungsgespräche.“

Das Potential ist jedoch weitaus höher. „Unsere vier Fakultäten bieten viel Raum für gute Gründungsideen. Darüber hinaus sind es insbesondere auch unsere interdisziplinären Forschungsschwerpunkte zu Themen wie Erschließung und Erhalt von Kulturgut, Digitale Sozial- und Geisteswissenschaften oder Bildung und Arbeit, die eine ganze Reihe innovativer Geschäftsideen ermöglichen. Neben Ausgründungen aus der Wissenschaft, die wir noch stärker forcieren wollen, interessieren sich unsere Studierenden gerade auch für Social und Cultural Entrepreneurship sowie freiberufliche Karriereoptionen.“

Bisher sind es überwiegend Studierende, die sich für die Gründung eines Start-ups interessieren und die Angebote der Hochschule und ihrer Kooperationspartner nutzen. Dabei soll es nicht bleiben: „Wir haben im letzten Jahr angefangen, unser Angebot bei den Promovierenden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Post-docs stärker zu bewerben. Und tatsächlich kommen jetzt auch Gründungsinteressierte aus diesen Zielgruppen zu uns.“ Dennoch heißt es hier: Dranbleiben!

Ein weiterer Punkt, den Dr. Henriette Neef auf ihre Agenda gesetzt hat, lautet: mehr Transparenz bei der Gründungsberatung. „Da die Gründungsberatung bisher über unsere externen Kooperationspartner läuft, arbeiten wir sehr dezentral. Oft verlieren wir zu früh den Kontakt zu den Gründungsinteressierten und können nur schwer ermitteln, wer am Ende wirklich gründet oder sich selbständig macht. Wir haben daher versucht, den Informationsfluss etwas transparenter zu gestalten und zunächst einen Feedback-Bogen erstellt, der zum Beispiel von den Beratern der IHK ausgefüllt wird. Daraus geht hervor, wie das Gespräch gelaufen ist, um welche Fragen es ging und wie die nächsten Schritte aussehen sollen.“ Ein Provisorium, das fürs erste jedoch recht gut funktioniert.

Ziel: Gründungscoaching auf dem Campus
Für die Zukunft wünscht sich Dr. Neef eine noch stärkere institutionalisierte Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren, insbesondere dem neuen Digitalen Gründerzentrum LAGARDE 1 in Bamberg und eine ergänzende universitätseigene Gründungsbetreuung, die den Gründerinnen und Gründern in allen Phasen der Gründung zur Seite steht. Das Thema Vernetzung liegt Dr. Henriette Neef dabei besonders am Herzen: „Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Denn bisher kommen überwiegend Einzelpersonen zu uns. Wir möchten einen Ort etablieren, wo sich Gründungsinteressierte kennenlernen, vernetzen und gemeinsam Ideen entwickeln. Warum sollen zum Beispiel die vielen Gründungsinteressierten aus den Kultur- und Geisteswissenschaften nicht gemeinsam mit unseren Informatikern neue Geschäftsmodelle entwickeln? Da gibt es jede Menge Möglichkeiten. Insofern wäre es einfach toll, wenn wir Gründungsinteressierte länger begleiten könnten.“

Stand: Dezember 2018