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Diese EXIST-Start-ups leisten einen Beitrag zur Bekämpfung der Coronavirus-Krise

Datum
31.03.2020

Die weltweite Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Aufgrund der aktuellen Lage haben sich diese EXIST-Start-ups dazu entschlossen einen Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Krise zu leisten.

Das Coronavirus kann schwere Formen einer Lungenentzündung verursachen. Erkrankt ein Mensch an COVID-19, kann sich das Lungengewebe krankhaft verändern und die Sauerstoffaufnahme in der Lunge schwer beeinträchtigen. In vielen Fällen müssen COVID-19 -Patienten künstlich beatmet werden, um die Versorgung der Organe mit Sauerstoff zu gewährleisten.

In der Praxis besteht allerdings das Problem, dass Intensivmediziner in Bezug auf die menschliche Lunge mit unsicheren Annahmen arbeiten müssen, denn mit herkömmlichen Methoden ist es derzeit nicht möglich, beatmungskritische Größen in der Lunge direkt zu messen oder zu berechnen. So kann es beispielsweise zu beatmungsbedingten Überdehnungen der Lunge kommen, die für den Patienten lebensbedrohliche Folgen haben können.

Genau hier setzt die Innovation des EXIST-Gründerteams um Dr. Kei Müller an. Das Projekt von der Technischen Universität München wird aktuell mit EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Digitaler Zwilling einer heterogenen Lunge Digitaler Zwilling einer heterogenen Lunge
© Ebenbuild/Jakob Richter

Die Gründer haben eine Software entwickelt, die einen digitalen Zwilling der Lunge für umfangreiche Computersimulationen erzeugt. Mithilfe dieser digitalen Lunge und modernster KI-Methoden kann eine auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene künstliche Beatmung berechnet werden. Auf diese Weise sollen die Risiken einer Schädigung der Lunge stark reduziert werden.

Einen anderen Ansatz verfolgt EXIST-Start-up 2log.io. Die Gründer haben ihren 3D-Druck innerhalb kürzester Zeit umgestellt und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Im Home-Office produzieren sie dringend benötigte Atemschutzmasken. Dank der Flexibilität im 3D-Druck konnten die Jungunternehmer von 2log.io ein Kunststoffgestell herstellen, in das ein zurechtgeschnittenes Stoffstück eingesetzt wird. Mit herkömmlichen Gummibändern oder einer Schnur kann die Maske dann ganz einfach hinter den Ohren befestigt werden.

Der Stoff sei leicht austauschbar, die Herstellung würde lediglich acht Minuten benötigen, berichtet Vollmer. Damit bietet die Innovation der Gründer eine perfekte Unterstützung für die sichere Arbeit in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Tim Vollmer reagierte schnell und so kann sein vierköpfiges Team mittlerweile bereits drei verschiedene Maskengrößen anbieten. Über info(at)2log.de können medizinische Einrichtungen die Atemschutzmasken bestellen. Jegliche Hilfe heißt der Gründer selbst ebenfalls willkommen, denn: "In der Viruskrise muss jeder helfen.", so Vollmer.

Während der Coronakrise trägt EXIST-Start-up Kumovis zur Fertigung klinisch eingesetzter Schutzkleidung bei. Die Kernkompetenz des EXIST-Start-ups geht allerdings darüber hinaus: Die Innovation des Start-ups ist der 3D-Drucker Kumovis R1. Dieser 3D-Drucker ermöglicht es Medizintechnikern, spezielle medizinische Produkte zu entwickeln. Damit lassen sich mögliche Lieferengpässe bedingt durch die Coronakrise in den Kliniken besser überbrücken. Die Besonderheit an dieser 3D-Technik ist, dass zu der Maschine ein integriertes Steuerungs- und Filtersystem gehört, mit dem der Anwender innerhalb der Baukammer eine Reinraumumgebung schaffen kann. Dies ist ein wichtiges Merkmal, um die Herstellung von patientenangepassten Medizinprodukten nach Bedarf zu ermöglichen und alle wichtigen Standards einzuhalten.

COVID-19 Quarantäne-Tagebuch von Climedo Health COVID-19 Quarantäne-Tagebuch von Climedo Health
© Climedo Health Software

Das EXIST-Start-up Climedo Health GmbH hat ein digitales Patiententagebuch (eDiary) entwickelt. Das eDiary ist Teil einer Plattform zur klinischen Datenerhebung, die ab sofort für COVID-19-bezogene Projekte kostenlos zur Verfügung steht. „Corona ist eine globale Krise, die Kooperation und schnelles Handeln erfordert. Als Start-up im Gesundheitswesen möchten wir unsere Ressourcen nutzen, um zur Eindämmung des Virus beizutragen“, so Veronika Schweighart, Mitgründerin und COO von Climedo Health.

Mithilfe der automatisierten eDiary-Lösungen können wesentliche Maßnahmen, wie „social distancing“ unterstützt werden, denn der Plattform-User kann Informationen über Symptomatik und Befindlichkeiten sicher von Zuhause per Handy oder PC eingeben. Durch die Nutzung der Plattform kann der Gesundheitszustand von Patienten individuell und aus der Ferne beobachtet werden. Ziel der EXIST-Gründer ist es, sowohl Ärzte als auch Forscher dabei zu unterstützen, auf sichere und schnelle Weise auswertbare Ergebnisse zu erzielen. Die Gründer starten hiermit einen Appell an alle Institute, Ärzte und Forscher, die aktuell an einem COVID-19-Projekt arbeiten, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen und ihre Plattform zu nutzen.

Auch außerhalb der Medizin werden dringens Lösungen benötigt, so hat EXIST-Start-up Flyla im Kontext der Coronavirus-Krise eine Plattform entwickelt, die dazu beitragen soll, Ernten und Existenzen zu retten, denn in der Landwirtschaft fehlen helfende Hände.

Aufgrund des Corona-Virus werden derzeit dringend Erntehelfer auf deutschen Feldern gesucht. Hintergrund ist, dass angesichts der Grenzschließungen ein großer Mangel an Erntehelfern aus dem Ausland besteht. Das EXIST-Start-up Flyla ist eigentlich ein Flugportal, das klimakompensierte Flüge anbietet. Im Anbetracht der aktuellen Lage haben sich die EXIST-Gründer dazu entschlossen, die kostenlose Plattform „Clever Ackern“ zu gründen, um einen gesellschaftlichen Beitrag in der Krise zu leisten. Hier können sich zum Beispiel Schüler, Studierende oder Interessierte registrieren und sich über die Plattform mit passenden Landwirten in ihrer Region in Kontakt bringen lassen.

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