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Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH)

Die ASH Berlin wird durch das Programm EXIST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz im Bereich „Potentiale heben“ gefördert. Ziel ist es, die Implementierung von Gründungskultur sowie essenzielle Rahmenbedingungen für Start-ups aus der Wissenschaft zu fördern.

Campus der Alice Salomon Hochschule Berlin

Campus der Alice Salomon Hochschule Berlin

© Alice Salomon Hochschule Berlin - Edgard Berendsen

Insbesondere kleinen und mittleren Hochschulen soll dabei geholfen werden, gründungsfördernde Strukturen zu etablieren und diese sukzessive zu verbessern, um das Gründungspotential weiter zu erschließen. Neu ist die Ausrichtung von EXIST auch auf Hochschulen mit nichttechnologischer Prägung der Studienprogramme.

Eine geförderte Hochschule ohne technologische Ausrichtung ist die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH). Prof. Dr. Uwe Bettig (Lehrstuhl für Management & BWL sowie Veranstaltungen zum Thema Unternehmensgründungen) berichtet über Deutschlands größte staatliche SAGE-Hochschule, den gesellschaftlichen Auftrag sozialer Gerechtigkeit und wie Alice Salomon, eine der bedeutendsten Sozialreformerinnen, Pionierin der sozialen Berufe und Namensgeberin der ASH Berlin, bis heute das Leitbild prägt.

Die größte staatliche SAGE-Hochschule Deutschlands

Die Alice Salomon Hochschule ist als größte staatliche SAGE-Hochschule Deutschlands in den Feldern der Sozialen Arbeit, Gesundheit sowie Erziehung und Bildung in Forschung und Lehre tätig. „Die ASH Berlin hat ihr Aufgabengebiet in den letzten Jahren stark ausgeweitet“, berichtet Prof. Dr. Bettig. „Wir sind im Bereich der Sozialen Arbeit die älteste Hochschule Deutschlands. Ab 1994 kam ein Pflegemanagement-Studiengang dazu, der unseren Gesundheitsschwerpunkt begründet hat. Mittlerweile bieten wir auch einen Physio- und Ergotherapie-Studiengang sowie vier konsekutive Masterstudiengänge an. Komplettiert wird das Angebot durch einen Studiengang im Bereich der Erziehung und Bildung in der Kindheit, einen online-basierten Studiengang zur interprofessionellen Gesundheitsversorgung und einen primärqualifizierenden Pflegestudiengang“.

Einfluss des Lebenswerks der bedeutenden Sozialreformerin und Pionierin Alice Salomon

Anlässlich des 150. Geburtstags der Gründerin am 19. April 2022 fand ihr zu Ehren an der Hochschule eine Festwoche statt. Die Entstehung und Entwicklung der Profession Sozialer Arbeit hat sie maßgeblich geprägt: „Alice Salomon hat 1908 die Soziale Frauenschule und 1925 eine Akademie für soziale Berufe gegründet“, so Prof. Dr. Bettig. „Sie war international mit den Pionierinnen der Professionalisierung und Verwissenschaftlichung ehemaliger Frauenberufe vernetzt. Sie hat 28 Monografien und weit über 500 Fachartikel verfasst, selbst als eine der ersten Frauen promoviert. Sie war politisch für Frauenrechte, für die Friedensordnung und für Menschenrechte engagiert und hat ihr Wissen auch als Lehrende und Leiterin von Bildungseinrichtungen weitergegeben. Unser heutiges Leitbild ist stark von Alice Salomon geprägt“, sagt der Professor.

Die Hochschule hat einen emanzipatorischen Anspruch und sieht sich dem gesellschaftlichen Auftrag sozialer Gerechtigkeit und der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen verpflichtet.

Wissenschaftsbasierte Professionalisierung der SAGE-Berufsfelder bei praxisnaher Ausrichtung

Die Lehrpläne übernehmen den Gedanken von wissenschaftlicher Qualifikation in Verbindung mit praxisorientierter Ausrichtung bei gleichzeitiger Beschäftigung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen. „Die Studierenden bewegen sich im späteren Berufsleben in einem sehr dynamischen Bereich mit hohen Anforderungen auf der einen, aber im Vergleich schwierigen Arbeitsbedingungen bei relativ geringer Entlohnung auf der anderen Seite“, gibt sich Prof. Dr. Bettig auch kritisch: „So erfahren bspw. Ingenieure mehr Wertschätzung als Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Pflegefachkräfte. Das sehen wir aktuell auch am Fachkräftemangel in diesen Berufen. Es gibt zudem große Bedarfe im Bereich der anwendungsorientierten Forschung. Die Mittel in der Forschung fließen aber zu stark in Richtung Universitäten.“

 Prof. Dr. Uwe Bettig ASH Berlin

Prof. Dr. Uwe Bettig ASH Berlin

© Alice Salomon Hochschule Berlin - Edgard Berendsen

Interdisziplinäre Studienangebote und vielfältige Weiterbildungsperspektiven

Die ASH Berlin wächst dennoch enorm. Bis Ende des Jahres 2022 werden 5.000 Studierende erwartet. Mit interdisziplinären Studienangeboten und einem internationalen Netzwerk an Forschungskooperationen und Partnerhochschulen bietet die ASH Berlin vielfältige Berufs- und Weiterbildungsperspektiven. Im Besonderen sind die Studiengänge Master „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik“, der Bachelor „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung – online“, der Bachelor „Management und Versorgung im Gesundheitswesen“, der Master „Management und Qualitätsentwicklung im Gesundheitswesen“ sowie der Master „Public Health“ explizit interdisziplinär angelegt.

Die ASH Berlin unterhält außerdem zahlreiche Forschungskooperationen, z.B. im Rahmen des Instituts für angewandte Forschung (IFAF) Berlin mit Praxispartnern und der HTW, HWR und Hochschule für Technik Berlin. Selbstverständlich kooperiert die Hochschule auch bundesweit und international. On top werden allgemeine betriebswirtschaftliche Elemente wie Rechnungswesen und Controlling, auf das Gesundheits- und Sozialwesen ausgerichtete Inhalte, wie die besondere Form der Finanzierung und die Gestaltung von Prozessen aus Sicht von Patient*innen und Mitarbeiter*innen angeboten.

Verankerung von Social Entrepreneurship

Durch die EXIST-Förderung wurde die Etablierung von Gründungskultur unterstützt. „Wir haben einige Instrumente gewählt, mit denen wir zunächst Social Entrepreneurship als solches an der Hochschule verankern wollen“, so Bettig. „Wir bieten auch für Lehrende Veranstaltungen zu diesem Thema an. Für Studierende halten wir ein umfangreiches Workshop-Angebot bereit, in dem die wichtigsten Skills für Gründerinnen und Gründer vermittelt werden. Das wollen wir langfristig als Studium Professionale etablieren. Es gibt auch Formate, bei denen Studierende ins Gespräch mit erfahrenen Gründerinnen und Gründern sowie Unternehmenden kommen.“

Zur weiteren Planung gehört auch die Durchführung einer Fachtagung für SAGE-Hochschulen, welche die SAGE spezifischen Herausforderungen in der Entwicklung einer Gründungskultur vertiefen wird. Die praktischen Erfahrungen der ASH Berlin sollen dadurch an andere Hochschulen weitergegeben werden. Eine wesentliche Aufgabe sieht die Hochschule darin, das Bewusstsein in den SAGE-Berufen für selbständige Projekte und Vorhaben zu wecken.
Herzstück ist dabei das "Gründer*innenzentrum", das im Juni eröffnet wird und sich nicht in der Hochschule, sondern in Marzahn, umgeben von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, befindet, um den Vernetzungsgedanken weiter voranzubringen.

„Unsere Studierenden kennen die Bedarfe, Versorgungslücken und Wünsche der Zielgruppe sehr genau.“

Förderungsfähige Ideen und Konzepte kommen in der ASH Berlin aus mehreren Bereichen. „Es gibt bereits viele Ideen im Gesundheitswesen“, so Bettig. „Häufig handelt es sich um spezielle Versorgungsformen aber auch technische Lösungen im Pflegesektor, oft in Kooperation mit Studierenden technischer Hochschulen. Der Bereich digitaler Assistenzsysteme ist ein wachsender Markt. Aber auch im Bereich der Kindheitspädagogik und der Sozialen Arbeit entstehen sehr interessante Projekte, deren Entwicklung wir unterstützen und die Akteurinnen und Aktuere weiter vernetzen. Rahmenbedingungen für Gründungsvorhaben werden bei uns in den meisten Fällen durch gesetzliche Rahmenbedingungen z.B. durch die Sozialgesetze oder Vereinbarungen mit den Krankenkassen vorgegeben. Diese schränken oftmals den Spielraum zur Entfaltung von Ideen ein. Für Gründerinnen und Gründer ist es wichtig, diese zu kennen und bei der Planung zu berücksichtigen.“ ASHEXIST zeigt dabei auf, wie und unter welchen Bedingungen sich ggf. Gründungsstipendien und andere Förderungen beantragen lassen.

Team ASH Berlin um Prof. Dr. Uwe Bettig (ganz rechts) mit zwei Vetretern des Projektträgers Jülich

Team ASH Berlin um Prof. Dr. Uwe Bettig (ganz rechts) mit zwei Vetretern des Projektträgers Jülich

© Alice Salomon Hochschule Berlin

„Als ich vor 15 Jahren zur ASH Berlin kam, gab es keine Gründungskultur.“

Im Laufe der Jahre hat sich das Bewusstsein und die Mentalität in Bezug auf Start-ups grundlegend geändert. „Als ich vor 15 Jahren zur ASH Berlin kam, gab es keine Gründungskultur,“ sagt der Professor. „Wenn Absolventinnen oder Absolventen ein Unternehmen gegründet haben, hatte das eher am Rande mit der Hochschule zu tun. Gemeinsam mit meinem Kollegen Hans-Jürgen Lorenz, der den Career-Service leitet, haben wir ein Seminarprogramm gestartet, das auch Inhalte für Gründungsinteressierte umfasste. Das hat seit jeher viel Zuspruch erfahren, so dass wir unser Engagement verstärken wollten. Als SAGE-Hochschule haben wir aber lange in kein Förderprogramm gepasst. Wir haben uns sehr gefreut, als bei der letzten Ausschreibung der EXIST-Förderung ausdrücklich Soziale Innovationen angesprochen wurden. Wir haben dann einen Antrag gestellt und sind froh, mit einem thematisch breit aufgestellten Team und vielen guten Ideen die Gründungskultur an unserer Hochschule weiter und nachhaltig zu stärken und die bereits genannten Inhalte gut umsetzen zu können.“

Die bereits etablierten Best-Practice-Beispiele können sich sehen lassen: „Es ist ein Unternehmen entstanden, das sehr erfolgreich die Versorgungslandschaft in Berlin verbessert. Die Gründerin – eine Absolventin der ASH Berlin – war damit auch beim Businessplanwettbewerb Berlin-Brandenburg sehr erfolgreich. Eine Idee, die mich aktuell sehr begeistert, ist eine Plattform zur digitalen Weiterbildung, hier sehen wir großes Potential“, so Prof. Dr. Bettig. Er gibt aber auch zu bedenken, dass es wichtig sei, kleine Projekte, so z.B. Gründungen, die zunächst in Teilzeit vorgenommen werden oder auch Ausgründungen aus Unternehmen heraus, zu begleiten und zu fördern. Daher arbeitet die ASH Berlin sehr eng mit Verbänden, Vereinen und Unternehmen der Region zusammen.

Stand: Juni 2022

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